| KMK-Pressemitteilung |
Bonn, 05.12.2001
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Kultusministerkonferenz
erzielt Einigung mit Lehrerverbänden über Konsequenzen aus der PISA-Studie
Sieben
Handlungsfelder stehen zunächst im Zentrum
Bonn. In einem konstruktiven Gespräch zwischen der Kultusministerkonferenz
und den Lehrerverbänden sowie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW) wurde am Mittwoch (5. Dezember) in Bonn eine Einigung über die
nun vorrangig einzuleitenden Maßnahmen erzielt.
Die Präsidentin der
Kultusministerkonferenz, Dr. Annette Schavan, erklärte: "Wir konnten
in unserem Gespräch Konsens erzielen über zentrale Handlungsfelder,
in denen seitens der Länder Konsequenzen gezogen werden:
- Lernschwache Schülerinnen
und Schüler im unteren Leistungsbereich müssen besonders gefördert
werden, insbesondere auch durch Entwicklung neuer Konzepte für das Lernen
in Hauptschulen und Förderschulen.
- Die Verbesserung der
unterrichtsbezogenen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
wird auf allen Ebenen des Schulsystems als fortlaufender Prozess gesehen.
Dazu ist eine Formulierung anspruchsvoller, aber realistischer und verbindlicher
Lernziele vor allem in den zentralen Kompetenzbereichen und die Sicherung
von Mindeststandards vonnöten.
- "Schwache Leser"
müssen frühzeitig erkannt werden. Dazu bedarf es einer gezielten
Qualifizierung der Lehrkräfte, insbesondere durch Entwicklung ihrer diagnostischen
Kompetenz zum rechtzeitigen Erkennen "schwacher Leser" als Basis
für gezielte Förderprogramme, die kontinuierliche Diagnose der Entwicklung
von Lesekompetenz als Voraussetzung für erfolgreiches schulisches Lernen
in allen Schulfächern sowie zusätzliche Angebote bei Entwicklungsdefiziten.
- Die Schullaufbahnregelungen
werden im Hinblick auf die Fördereffekte und die optimale Nutzung von
Lernzeit überprüft, insbesondere hinsichtlich Einschulungszeitpunkt,
Klassenwiederholung, Übergangsentscheidung und die Förderung besonders
leistungsstarker Schülerinnen und Schüler.
- Die Lernzeiten sind
intensiver zu nutzen, auch durch ergänzende Lernangebote, insbesondere
im vorschulischen Bereich und in der Grundschule, u.a. durch Entwicklung und
Verbesserung von Programmen zur Förderung des sprachlichen Verständnisses
und der Kommunikationsfähigkeit bereits in der vorschulischen Erziehung
und darüber hinaus.
- Die Professionalität
der Lehrertätigkeit ist im Rahmen eines umfassend angelegten Programms
der Personal- und Organisationsentwicklung zu verbessern, das eine praxisnahe
Erstausbildung ebenso einschließt wie die Verpflichtung zur Weiterbildung
und ihre Durchsetzung im Rahmen der Personal- und Führungsverantwortung
auf allen Ebenen des Systems. Dabei werden im Bereich der Weiterbildung gezielte
Angebote zur Verbesserung des Unterrichts entwickelt werden.
- Vermehrte Anstrengungen
in der Lehr- und Lernforschung sowie fachdidaktischen Forschung sind wichtig.
Angestrebt wird eine Intensivierung in Zusammenarbeit von Deutscher Forschungsgemeinschaft
(DFG) und Ländern mit dem Ziel, strukturbildende Maßnahmen zu fördern
und den erforderlichen wissenschaftlichen Nachwuchs heranzubilden.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz erklärte: "Die Kultusministerkonferenz
hat ein großes Interesse daran, in Fortsetzung der Bremer Erklärung
vom vorigen Jahr, gemeinsam mit den Lehrerverbänden und der GEW Konzepte
hierzu auf Länderebene zu erarbeiten und umzusetzen."
Übereinstimmung bestand darin, dass auch eine strategische Ausrichtung
auf Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Forschung in allen öffentlichen
Haushalten erfolgen müsse. In Zeiten zurückgehender Schülerzahlen
seien auch neue Spielräume für die jetzt zu leistende schulische Entwicklungsarbeit
(zum Beispiel im Bereich der Lehrerfortbildung und der Unterrichtsevaluation)
bedeutsam.