KMK-Pressemitteilung
Bonn, 04.07.2002

Kultusministerkonferenz und Lehrerorganisationen betonen gemeinsame Verantwortung für Verbesserungen in der Schulbildung

Berlin. Acht Tage nach der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse von PISA-E haben sich Vertreter der Kultusministerkonferenz und der Lehrerorganisationen am 4. Juli in Berlin in einem konstruktiven Gespräch über ihre Einschätzung der Befunde sowie notwendige Maßnahmen ausgetauscht. Dabei herrscht Einigkeit darüber, dass nur ein Zusammenwirken aller beteiligten Kräfte Erfolg garantiert.

Das Gespräch wurde von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, geleitet; weitere Teilnehmer aus Reihen der Kultusministerkonferenz waren Staatsministerin Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz), Ministerin Ute Erdsiek-Rave (Schleswig-Holstein), Minister Prof. Dr. Peter Kauffold (Mecklenburg-Vorpommern), Staatssekretär Frank Szymanski (Brandenburg), Staatssekretär Günther Portune (Sachsen), Staatssekretär Winfried Willems (Sachsen-Anhalt) und Oberschulrat Jochen Schweitzer (Bremen). Als Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes nahmen Dr. Eva-Maria Stange, Marianne Demmer, Volker Scharlowsky, Ulrich Nordhaus sowie Gerd Köhler teil, für den Deutschen Beamtenbund sprachen Peter Heesen, Dr. Ludwig Eckinger, Günter Besenfelder, Herr Dr. Klitzing, Manfred Weichhold und Albert Obert.

Einig ist man sich darüber, dass die PISA-Studie zum Anlass genommen werden müsse, den gesellschaftlichen und politischen Stellenwert von Bildung neu zu bestimmen. Isolierte bildungspolitische Maßnahmen würden ins Leere laufen. Elternhaus, Schule, Politik stünden gleichermaßen in der Verantwortung. "Insbesondere geht es darum", so die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, "die generelle Wertschätzung von Lernen und Leistung zu erhöhen und damit vor allem auch den Lehrerinnen und Lehrern die ihnen gebührende Anerkennung zuteil werden zu lassen." Von den Beteiligten wurde das Interesse artikuliert, zu gemeinsamen Lösungen zu kommen.

Die Kultusminister betonten erneut, dass sich angesichts der Ergebnisse von PISA-E kein Land zurücklehnen werde. Man setze alles daran, – entsprechend den jeweiligen landesspezifischen Befunden – gezielte Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung zu ergreifen.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz machte noch einmal deutlich, dass man bei den Schlussfolgerungen aus PISA selbstverständlich die internationale Perspektive beibehalte, dass man aber auch den Blick auf die erheblichen Unterschiede zwischen den Ländern werfe und innerhalb Deutschlands voneinander lernen wolle.

Den Angriff des Bundes auf den Bildungsföderalismus wies die Präsidentin erneut zurück. Die Kultusministerkonferenz habe die PISA-Studie in Auftrag gegeben und nun würden sich die Länder auch der Verantwortung für die Umsetzung der notwendigen Reformen stellen.