OECD
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde 1961 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Paris. Sie hat gegenwärtig 30 Mitgliedstaaten.
Gemäß Artikel 1 der OECD-Konvention sind die Hauptaufgaben der Organisation:
- Förderung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung;
- Erhöhung des Lebensstandards in den Mitgliedsstaaten;
- Stabile öffentliche Finanzen;
- Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in Drittstaaten;
- Beitrag zur Ausweitung des Welthandels.
Die bildungspolitische Arbeit der OECD steht in engem Zusammenhang mit den übergeordneten, primär wirtschaftspolitischen Zielen der Organisation und verfolgt den Leitgedanken „Mitglieder und Partner dabei zu unterstützen, hohe Lernqualität für alle zu verwirklichen, welche zur persönlichen Entwicklung, nachhaltigem Wirtschaftswachstum und sozialem Zusammenhalt beiträgt“. Im Vordergrund der bildungspolitischen Aktivitäten stehen die Bereitstellung international vergleichbarer Bildungsstatistiken und –indikatoren, länderübergreifende Untersuchungen zu spezifischen Bildungsthemen sowie die Durchführung bildungspolitische Länderexamen.
Ein eigenständiges Direktorat für Bildung wurde im Sekretariat der OECD erst 2002 eingerichtet. Es besteht derzeit aus den Arbeitsbereichen Bildungs- und Ausbildungspolitik, Statistik und Analyse, Bildungsmanagement und Infrastruktur, dem Zentrum für Bildungsforschung und Innovation (CERI) sowie dem Programm für die Zusammenarbeit mit Nichtmitglied-Ökonomien.
Das Bildungsdirektorat arbeitet über ein komplexes Netzwerk von Gremien und Expertengruppen eng mit den Mitgliedstaaten zusammen. Die Lenkungsgremien für die zentralen Bildungsprogramme sind der Ausschuss für Bildungspolitik (EDPC) und der CERI-Verwaltungsrat. Darüber hinaus führt die OECD sog. dezentrale Programme durch, die über eigene Steuerungsmechanismen verfügen. Hierbei handelt es sich um PISA, das Bildungsbautenprogramm PEB sowie das Programm für institutionelles Management im Hochschulbereich (IMHE). An den letzteren beiden Programmen ist die Kultusministerkonferenz nicht beteiligt.
Die o. g. Lenkungsgremien führen ihre eigenen Arbeitsprogramme durch, die jeweils auf zwei Jahre ausgelegt sind. Alle Arbeitsprogramme orientieren sich an der jeweils gültigen mittelfristigen Strategie für den Bildungsbereich. Die 2008 verabschiedete mittelfristige Strategie umfasst folgende Ziele:
- die Effizienz von Lernen und Unterricht zu steigern;
- die Kompetenzlücke schließen unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der beruflichen Bildung;
- Reform von Governance und Governance von Reformen (bei dieser Zielsetzung geht es um Governance-Fragen und die politische Ökonomie von Reformen auf allen Ebenen des Bildungssystems);
- soziale Mobilität und inklusive Bildung fördern.
Mitwirkung der Kultusministerkonferenz an den bildungs- und forschungspolitischen Aktivitäten der OECD
Mandatierte Vertreter in den Lenkungsgremien der OECD d. h. im Ausschuss für Bildungspolitik (EDPC), dem Verwaltungsrat des Zentrums für Bildungsforschung und Innovation (CERI Governing Board), dem Ausschuss für Wissenschafts- und Technologiepolitik (CSTP) sowie dem PISA Governing Board stellen die Mitwirkung der Länder in der Bundesrepublik Deutschland an allen wesentlichen Bildungs- und Wissenschaftsprogrammen der OECD sicher.
Der Schwerpunkt der Länderbeteiligung an den bildungspolitischen Aktivitäten der OECD liegt weiterhin bei den internationalen Leistungsvergleichen und der Indikatorenarbeit (vgl. die jährlich erscheinende OECD-Studie "Education at a Glance/Bildung auf einen Blick"). So beteiligen sich die Länder an der internationalen Schulleistungsstudie PISA, die die Kompetenzen von 15-jährigen in den Kernbereichen Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften misst und analysiert. Bei der letzten PISA-Erhebung 2006, an der sich 57 Staaten beteiligten, standen die naturwissenschaftlichen Kompetenzen im Vordergrund.
