25.5.2013 - 2:36
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UNESCO

Für die Kultusministerkonferenz ist innerhalb des Systems der Vereinten Nationen vor allem die UNESCO als Sonderorganisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation von Bedeutung. Die UNESCO hat das breiteste Programmspektrum aller VN-Organisationen.

Der Bildungssektor ist der größte Programmbereich der UNESCO. Im Mittelpunkt steht das weltweite Aktionsprogramm "Bildung für alle", das die UNESCO koordiniert.
Die UNESCO-Projekt-Schulen, die sich an den Grundsätzen der internationalen Verständigung und des interkulturellen Lernens orientieren, bilden ein grenzüberschreitendes Netzwerk von ca. 8000 Schulen aller Schulstufen und -formen. Für die rund 190 UNESCO-Projekt-Schulen in Deutschland ist ein Bundeskoordinator zuständig. Die Länder fördern diese Schulen institutionell, indem im Rotationsverfahren jeweils ein Land den Bundeskoordinator für den Zeitraum von drei Jahren freistellt.

Im Kulturbereich gehören zu den Hauptaufgaben der UNESCO Schutz und Erhaltung des kulturellen Erbes, Bewahrung und Förderung der kulturellen Vielfalt und der Dialog zwischen den Kulturen. Auf der UNESCO-Welterbeliste sind über 800 Kultur- und Naturerbestätten aus allen Erdteilen eingetragen. In Deutschland koordiniert die Kultusministerkonferenz die Vorschläge der – verfassungsrechtlich für Kultur verantwortlichen - Länder für die UNESCO-Welterbeliste.

Auf zwischenstaatlicher Ebene ist die UNESCO auch normativ tätig: Sie hat zahlreiche internationale Konventionen verabschiedet, beispielsweise die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes (1972) und die Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (2005). Deutschland hat diese Konventionen ratifiziert und die Länder wirken entsprechend ihrer Zuständigkeit an der innerstaatlichen Umsetzung mit

Wichtigstes Organ der UNESCO ist die Generalkonferenz. Auf den Generalkonferenzen in Paris legen die Mitgliedsstaaten u.a. Programm und Budget für jeweils zwei Jahre fest. Die Kultusministerkonferenz ist hier auf Arbeitsebene in den Fachkommissionen „Bildung“ und „Kultur“ vertreten.
Auf nationaler Ebene ist die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) das wichtigste Instrument der deutschen UNESCO-Beteiligung. Die Kultusministerkonferenz ist durch ihre Mitglieder (sog. Bestellte Mitglieder der Länder) in den Entscheidungsgremien der DUK an der Mitgestaltung und Umsetzung der UNESCO-Programme beteiligt. Ferner wirkt die Kultusministerkonferenz durch ihre Experten in den Fachausschüssen der DUK mit. An der Umsetzung der VN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005 – 2014) beteiligt sich die Kultusministerkonferenz u.a. durch Ländervertreter im Nationalkomitee. Im Rahmen der Dekade haben die Kultusministerkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission 2007 eine gemeinsame Empfehlung „Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule“ verabschiedet. Darüber hinaus hat die Kultusministerkonferenz im selben Jahr gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen „Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erarbeitet, der als Grundlage für die Entwicklung von Lehrplänen genutzt werden kann.

Im Rahmen ihrer bildungs- und kulturpolitischen Zuständigkeiten für die UNESCO wirkt die Kultusministerkonferenz auch an der fachlichen Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Fachkonferenzen der UNESCO mit. Bei den Weltbildungsministerkonferenzen (ICE-Konferenzen), die alle 3–4 Jahre in Genf stattfinden, übernimmt die Kultusministerkonferenz traditionsgemäß die Leitung der deutschen Delegation.