2.413.300 Schülerinnen und Schüler nahmen in Deutschland im Schuljahr 2012/13 am Ganztagsunterricht teil

Anteil auf fast ein Drittel gestiegen

Die gesellschaftliche Bedeutung von Ganztagsschulen bzw. -angeboten in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Ursächlich hierfür sind zwei Entwicklungslinien: der hohe Bedarf nach ganztägiger Betreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die insbesondere durch die Ergebnisse der OECD-Studie PISA angeregte Diskussion über bessere Rahmenbedingungen für schulisches Lernen, zu denen viele Wissenschaftler, Lehrer, Eltern und Politiker auch die Ganztagsschulen zählen.Die in vielen Ländern entwickelten Konzepte und Maßnahmen zum Ausbau des Ganztagsschulbetriebs im Primar- und Sekundarbereich I finden in der vorliegenden Analyse der Jahre 2008 bis 2012 ihren Niederschlag.

In Deutschland wurden im Schuljahr 2012/13 mehr als 2,4 Millionen Schülerinnen und Schüler ganztägig unterrichtet. Damit nahmen 32,3 % der rund 7,5 Mio. Schülerinnen und Schüler des Primar- und Sekundarbereichs I ein Ganztagsangebot wahr. Der Anteil der am Ganztagsschulbetrieb teilnehmenden Schülerinnen und Schüler an allen Schülern hat sich gegenüber dem Schuljahr 2008/09 um acht Prozentpunkte erhöht. Besonders hoch ist der Anstieg bei den Hauptschulen mit zwölf und bei den Grundschulen mit knapp zehn Prozentpunkten ausgefallen.

Dies ergibt die Datensammlung „Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2008 bis 2012“ der Kultusministerkonferenz. Unterschieden werden im Wesentlichen zwei Modelle: Bei der offenen Ganztagsschule steht das Angebot auf freiwilliger Basis zur Verfügung, so dass Eltern individuell entscheiden können, ob ihr Kind daran teilnehmen soll oder nicht. Bei der gebundenen Form ist die Teilnahme am Ganztagsunterricht für bestimmte Klassen, Jahrgänge (teilweise gebundene Form) oder aber die ganze Schule (voll gebundene Form) verbindlich. Die Erhebung zeigt, dass knapp die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an Ganztagsschulen (1.073.000 oder 45 %) gebundene Ganztagsangebote nutzten.

Ganztagsschulen bieten an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot. An diesen Tagen wird den Kindern und Jugendlichen auch ein Mittagessen bereitgestellt. 15.700 Verwaltungseinheiten, also Schulen und Schulzentren, bieten Ganztagsunterricht an, 91 % von ihnen waren in öffentlicher und 9 % in privater Trägerschaft. Angebote, deren inhaltlicher Schwerpunkt eher auf dem Aspekt der Betreuung und nicht Beschulung liegt, werden in dieser Statistik nicht erfasst.

Die meisten Schülerinnen und Schüler (785.000) nutzten das Ganztagsangebot an Grundschulen. 422.000 Kinder an Integrierten Gesamtschulen sowie 399.000 Schülerinnen und Schüler an Gymnasien nahmen ganztägig am Unterricht teil und 239.000 nutzten den nachmittäglichen Unterricht an Hauptschulen. Damit besuchten 72 % der Kinder und Jugendlichen an Integrierten Gesamtschulen Ganztagsangebote und 45 % der Schülerinnen und Schüler an Schularten mit mehreren Bildungsgängen. An Förderschulen und Hauptschulen beträgt der Anteil der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler knapp zwei Fünftel.

Die Datensammlung „Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2008-2012“ der Kultusministerkonferenz enthält zahlreiche Tabellen und Grafiken, die einen Überblick über die Verbreitung von Ganztagsschulangeboten in den einzelnen Ländern und in Deutschland insgesamt geben. Sie kann hier heruntergeladen werden.