Aus der COMENIUS-Praxis: "Young European Citizens"

Eine COMENIUS-Partnerschaft zwischen Schulen in elf Ländern sensibilisierte über hundert junge Menschen für den Dialog mit Partnern aus anderen Kulturkreisen. Zwei Jahre arbeiteten sie intensiv zusammen, um sich kennen zu lernen, Theater zu spielen und sich über ihre Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten als junge Staatsbürger in Europa zu informieren. Die Unterrichtsmodule zum interkulturellen Lernen stellen die Initiatoren auch anderen Projekten zur Verfügung. Der PAD dokumentiert das von der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden koordinierte Projekt in einem Faltblatt zur COMENIUS-Praxis.

Für Christine aus Hannover, Katya aus Istanbul und Anwar aus Glasgow ist Europa nicht länger ein abstrakter Begriff. Verbanden sie und ihre Freunde mit Europa bisher nur Bilder von Brüsseler Behörden und Politikern, so haben sie inzwischen erfahren, wie Kinder und Jugendliche in anderen Ländern Europas leben. Sie haben sich mit dem Alltag und der Schulwelt der anderen Kinder beschäftigt und sich mit Kinderrechten befasst.

Die Initiatorinnen und Initiatoren der multilateralen COMENIUS-Schulpartnerschaft "Young European Citizens" (YOUCIS) bereiteten die Jugendlichen aus den Jahrgangsstufen 7 bis 9 gezielt auf den Dialog mit ihren Partnerschülerinnen und Partnerschülern vor. Auf der Internetplattform eTwinning übten sie den Dialog in englischer Sprache, bevor sie auf Projekttreffen in Litauen, Bulgarien, Italien und Deutschland ihre Sprachfähigkeiten live testeten. So erlebten sie die Bedeutung der Fremdsprache ganz unmittelbar. Um das interkulturelle Lernen nicht dem Zufall zu überlassen, entwickelten die Lehrkräfte für das Projekt Unterrichtsmodule, die nunmehr eine Fundgrube für die europäische Projektarbeit darstellen.

Gemeinsam war allen Partnerschulen, dass sie aufgrund ihrer Schülerschaft vor vielfältigen Integrationsaufgaben stehen. Gründe hierfür sind Armut, Arbeitslosigkeit, Migration oder die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit. Viele junge Menschen erleben in ihrem Umfeld Konflikte, Diskriminierung oder Gewalt. Für die Schülerinnen und Schüler war es daher wichtig, mehr über ihre Rechte zu erfahren, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention und der Grundrechtecharta der EU vereinbart wurden. Auf dieser Grundlage tauschten sie sich über ihre Alltagserfahrungen aus und entwickelten Lösungsmöglichkeiten. Ihren Empfindungen konnten die Jugendlichen insbesondere in künstlerischen Arbeiten und szenischen Inszenierungen Ausdruck geben.

"Young European Citizens" ist das sechste Beispiel aus der COMENIUS-Praxis, das der PAD auf einem Faltblatt als besonders gelungenes Projekt vorstellt. Sie können die Veröffentlichung kostenlos bestellen oder als PDF-Datei abrufen.

Sie finden das Faltblatt hier auf unserer Website

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