Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch: Vertragsunterzeichnung zwischen Kultusministerkonferenz und Universum-AG

Die Kultusministerkonferenz misst den deutsch-polnischen Beziehungen im Bildungsbereich und insbesondere dem deutsch-polnischen Vorhaben „Schulbuch Geschichte“ einen hohen politischen Stellenwert bei. Vor diesem Hintergrund haben die Kultusministerinnen und Kultusminister in ihrer Sitzung am 8. März 2012 beschlossen, das binationale Projekt eines gemeinsamen Lehrwerkes der europäischen Geschichte finanziell zu fördern. Nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren wurde auf deutscher Seite die Universum Kommunikation und Medien AG beauftragt, dieses Schulbuch – gemeinsam mit dem polnischen Partnerverlag – zu entwickeln. Die Fördersumme, die die 16 Länder in der Bundesrepublik nach Maßgabe des Königsteiner Schlüssels hierfür bereitstellen, beträgt 1,656 Mio. Euro. Auch das Auswärtige Amt unterstützt das Projekt finanziell und personell. Die polnische Regierung stellt ebenfalls entsprechende Mittel zur Verfügung.

Am 10. Dezember 2012 haben der Präsident der Kultusministerkonferenz, der Senator der Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg, Ties Rabe, und die mit der Federführung für dieses Projekt beauftragte Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, sowie der Geschäftsführer der in Berlin und in Wiesbaden ansässigen Universum Kommunikation und Medien AG, Michael Jäger, den Vertrag über die Herstellung des Schulbuchs unterzeichnet. Auf polnischer Seite wurde der Warschauer Verlag Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne (WSiP) ausgewählt. In den kommenden Jahren werden die Geschichtsredaktionen beider Verlage eng zusammenarbeiten und das vierbändige Lehrwerk erstellen. Als Grundlage dient hierbei das fachwissenschaftliche und didaktische Rahmenkonzept, das Historiker und Didaktiker beider Länder nach Maßgabe der 16 deutschen und des polnischen Lehrplans unter wesentlicher Mitwirkung des Georg-Eckert-Institutes für internationale Schulbuchforschung (GEI) entwickelt haben. Hieraus geht hervor, dass das Schulbuch als identisches – nur sprachlich unterschiedliches – curriculares Lehrbuch in der Sekundarstufe I in beiden Ländern eingesetzt werden soll. Für das Schuljahr 2015/2016 ist das Erscheinen des ersten Bandes geplant.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz betont: „Deutschland und Polen lassen mit diesem einzigartigen Geschichtsbuch die historisch-politischen Erfahrungen des Nachbarlandes in die schulische Vermittlung auch der jeweils eigenen Geschichte einfließen und verständigen sich dabei über grundlegende Einsichten, die das kulturelle Gedächtnis und die weitere historische Aussöhnung in der nächsten Generation – auch im europäischen Kontext – prägen sollen“.

Ministerin Dr. Münch: „Das Projekt eines gemeinsamen Geschichtsbuchs zeigt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen inzwischen ist. Das ist vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte – vor allem auf polnischer Seite – keine Selbstverständlichkeit. Ich bin sicher, dass die Darstellung der Geschichte aus dem Blickwinkel der gemeinsamen historischen Erfahrungen das Verständnis gerade der jungen Generation füreinander schärft und zur weiteren Begegnung von jungen Deutschen und Polen beiträgt.“