Deutsche Auslandsschulen setzen Maßstäbe für Bildung

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe tauschte sich mit Staatsministerin Cornelia Pieper über die Deutschen Auslandsschulen aus

Die Deutschen Auslandsschulen haben einen hervorragenden Ruf in der Welt. Die Nachfrage nach deutscher schulischer Bildung ist ungebrochen. In vielen Gaststaaten setzen die Auslandsschulen Maßstäbe für Bildung und haben Einfluss auf Qualitätsverbesserungen des dortigen Bildungssystems.

Derzeit gibt es rund 140 deutsche Auslandsschulen und etwa 870 von der Bundesrepublik Deutschland geförderte schulische Einrichtungen sowie Deutsche Abteilungen an staatlichen Schulen, an denen das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz vergeben wird. 

Deutsche schulische Bildungsgänge und Abschlüsse, die von der Kultusministerkonferenz verantwortet werden, stehen unter der Aufsicht der Länder und werden durch deutsche Lehrkräfte abgesichert, um Vergleichbarkeit und Qualität zu gewährleisten. Dafür engagieren sich die Länder derzeit an den Deutschen Auslandsschulen mit der Freistellung von etwa 1.900 Lehrkräften und dem Angebot von deutschen Abschlüssen auf allen Niveaustufen. Zudem hat die Kultusministerkonferenz 1972 das „Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz“ - das insbesondere an Auslandsschulen erworben werden kann - als Nachweis von Deutschkenntnissen geschaffen.

„Die Erfolgsgeschichte der Deutschen Auslandsschulen ist weltweit einzigartig“, betonte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe. „Zudem sind sie gleichzeitig Botschafter für unser Bildungssystem, da die deutschen Qualitätsmaßstäbe für Schulen auch für die deutschen Auslandsschulen gelten“. In einem Gespräch mit Staatsministerin Cornelia Pieper tauschte sich Rabe heute über die gegenwärtige Situation der Deutschen Auslandsschulen aus.

Die Deutschen Schulen im Ausland dienen der Verbreitung und Förderung der deutschen Sprache, ermöglichen kulturelle Begegnungen und stellen die schulische Versorgung von Kindern deutscher Staatsangehöriger im Ausland sicher. An vielen Standorten haben sie eine sehr lange Tradition. Die älteste noch bestehende Deutsche Schule wurde bereits 1575 in Kopenhagen gegründet. Neugründungen der letzten Jahre sind vor allem in Asien und im Nahen Osten zu finden.

Die Länder haben gemeinsam mit dem Bund ein umfassendes pädagogisches Qualitätsmanagement für die Auslandsschulen eingerichtet. Seit 2006 werden die Deutschen Auslandsschulen auf der Grundlage eines Qualitätsprofils im Rahmen einer Inspektion evaluiert. Eine Evaluation derjenigen Schulen des Gastlandes, die das schulische Programm des Deutschen Sprachdiploms der Kultusministerkonferenz durchführen, erfolgt seit 2011. Daneben wurden mit dem „Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe“ im Jahr 2010 und dem „Rahmenlehrplan Deutsch als Fremdsprache“ aus dem Jahr 2009 die curricularen Grundlagen für einheitliche Standards in den Bildungsgängen und Abschlüssen vorgelegt.

Zentrale Prüfungen auf allen Niveaustufen flankieren die Qualitätsmaßnahmen im Auslandsschulwesen. Die Prüfungen für das Deutsche Sprachdiplom werden bereits seit 1974 und damit seit fast 40 Jahren zentral in Deutschland erstellt. Für die Prüfungen zum Abschluss der Sekundarstufe I an den Deutschen Schulen im Ausland hat die Kultusministerkonferenz 2011 ein Büro eingerichtet, das die zentrale Aufgabenerstellung in den Ländern in Deutschland koordiniert. In einem ersten Schritt werden ab 2013 die Abiturprüfungen an den Deutschen Schulen im Ausland in sieben Fächern regional abgestimmt. Eine zentrale Erstellung ist langfristig auch im Abiturbereich vorgesehen.

Mehr Informationen zu Auslandsschulen unter Opens external link in new windowwww.auslandsschulwesen.de