In den Jahren 2009/2010 jähren sich die friedliche Revolution durch die Bürgerinnen und Bürger der DDR und die Deutsche Einheit zum 20. Mal. Dies sowie jüngste Umfrageergebnisse, die Schülerinnen und Schülern nur unzureichendes Wissen über die SED-Diktatur bescheinigen, haben die Kultusministerkonferenz veranlasst, die Schulen zu einer intensiven Befassung mit der Thematik anzuregen.
Dazu führte das Präsidium ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann. Anliegen der Stiftung ist es, die Schulen anlässlich der beiden Jubiläumsjahre zu einer vertieften Beschäftigung mit den Geschehnissen 1989 und 1990 anzuleiten. „Der Kultusministerkonferenz und den Schulen kommt eine große Bedeutung zu, welches Wissen die Schülerinnen und Schüler über die DDR und die SED-Diktatur erlangen. Die Bundesstiftung will die Kultusministerkonferenz bei dieser wichtigen gesamtdeutschen Aufgabe tatkräftig mit innovativen didaktischen Ideen unterstützen“, erklärte Eppelmann.
Es wurde vereinbart, gemeinsam zu einer Projektwoche an den Schulen aufzurufen, in der sich die Schülerinnen und Schüler gezielt mit dem Thema beschäftigen. Außerdem wollen die Kultusministerkonferenz und die Bundesstiftung eine gemeinsame Erklärung zu den 20. Jahrestagen der friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit verabschieden.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Kramp-Karrenbauer, erklärte, dass eine Auseinandersetzung mit dem DDR-Unrechtsregime in allen Schularten und den einschlägigen Fächern unabdingbar sei. „Die Thematik ist in den Lehrplänen der Länder fest verankert. Es ist Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer, den Schülerinnen und Schülern nach aktuellem wissenschaftlichen und didaktischen Kenntnisstand die Geschichte und Funktionsweise des SED-Staates nahe zu bringen. Gerade dieses Thema ist von hoher Bedeutung im Hinblick auf politische Bildung, Demokratieverständnis und damit auf die Zukunft unseres Gemeinwesens.“