Unter dem Motto „Schulen gehen in Führung“ findet am 16. und 17. März 2012 in Düsseldorf der erste deutsche Schulleiterkongress statt. Veranstaltet wird der Kongress vom Carl Link-Verlag und dem Verband Bildung und Erziehung. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe begrüßte mehr als 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er unterstrich die herausragende Rolle der Schulleitungen, die als Vorgesetzte von oft über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Bedeutung für die Qualität von Schule und Unterricht haben. Rabe: „Schulleitungen sind nicht nur Betriebsleiter, die den Laden am Laufen halten und die Aufgaben richtig machen müssen. Sie sind auch Strategen, die den Kurs bestimmen und die richtigen Aufgaben machen müssen. Schulqualität braucht Qualitätsmanager. Und das sind die Schulleiterinnen und Schulleiter.“
Rabe unterstrich in seiner Rede, dass die Schulen nach dem Pisa-Schock im Jahr 2000 deutliche Fortschritte gemacht haben. Er wies aber auch darauf hin, dass weitere Verbesserungen im Bildungsbereich notwendig seien. Denn die Zahl von Schülern aus bildungsfernen Familien steige, gleichzeitig gehe aber die Zahl einfacher Berufe zurück, während die Zahl anspruchsvoller Berufe zunehme. Rabe: „Die Schule muss sich weiter ändern und besser werden, sie hat aber auch gezeigt, dass sie besser werden kann.“
Rabe verwies in diesem Zusammenhang auf drei Reformschritte, die aus seiner Sicht die schulische Bildung verbessern würden. Rabe „Die sanfte Weiterentwicklung der Schulstruktur hin zu einem Zwei-Wege-System nach der Grundschule wäre eine richtige Antwort auf künftige Herausforderungen. Ein Ausbau der Ganztagsangebote bietet ebenfalls viele zusätzliche Chancen. Vor allem aber müssen wir uns darauf konzentrieren, die Qualität von Schule und Unterricht von innen her zu steigern. Hier können wir viele verborgene Schätze heben.“
Rabe empfahl in diesem Zusammenhang den Aufbau eines schulinternen Qualitätsmanagements. Lehrerinnen und Lehrer sollten im Team mit ihren Kolleginnen und Kollegen den Unterricht planen und weiterentwickeln und zusammen mit Kollegen und Schülern den eigenen Unterricht reflektieren. Vorhandene Lernstandsuntersuchungen sollten schulintern ausgewertet werden, um zielgerichtet die schulischen Stärken und Schwächen zu erkennen. Rabe warb auch dafür, sorgfältig mit der Ressource „Unterricht“ umzugehen und energisch gegen Unterrichtsausfall vorzugehen.
Der Schulleiterkongress hat deutlich gemacht, dass im „Unternehmen Schule“ die Qualität von Schule und Unterrichts sowie die Qualität des weiteren Bildungs- und Betreuungsangebots maßgeblich von den Lehrerinnen und Lehrer sowie dem weiteren Personal der Schule und in ganz starken Maß von der Führungsqualität der Schulleitungen abhängt. Sie haben Erfolg, wenn die Schulleitung, Lehrerinnen und Lehrer und alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Schule Veränderung und Verbesserung zu ihrem eigenen Anliegen machen.
Insgesamt hat sich das Anforderungsprofil der Schulleitung stark gewandelt, vor allem hin zu einer stärkeren Managementausrichtung. Die Entlassung der Schulen in eine größere Eigenverantwortlichkeit bedeutet vor allem eine verstärkte Zuständigkeit für die Auswahl, den Einsatz und die Beförderung von Personal, mehr Entscheidungsfreiheit bei der Verwendung der Sachmittel und größere Gestaltungsspielräume in der Unterrichtsorganisation. „Die Schulleitung ist die Gelenkstelle in dem derzeitigen Prozess der Umsteuerung unseres Bildungswesens. Vieles, was mit dem Ziel einer Qualitätsverbesserung schon auf den Weg gebracht ist und erste Erfolge zeigt, wäre ohne sie nicht möglich gewesen“, so der Präsident.