"Eine Schulpartnerschaft mit der Türkei ist ein Gewinn"

Die Chancen des Schüleraustauschs und der gemeinsamen Projektarbeit für Schülerinnen und Schüler thematisierte eine Tagung zu deutsch-türkischen Schulpartnerschaften vom 19. bis 20. März 2015 in Bonn. Ersin Kök, Deutschlehrerin in der Türkei, stellte mit ihrer Hamburger Partnerlehrkraft Hatice Yildirim ihre guten Erfahrungen aus der langjährigen Zusammenarbeit vor.

Ersin Kök unterrichtet Deutsch als Fremdsprache am Izmir Anadolu Lisesi in der Türkei und bereitet dort ihre Schülerinnen und Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) vor. Sie möchte die Jugendlichen zum Sprachenlernen motivieren. "Eine Schulpartnerschaft und somit gemeinsame Projekte und Austausch mit Gleichaltrigen können den Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Fremdsprache erleichtern und die Freude an der deutschen Sprache und Kultur steigern", stellt sie fest. Ebenso würden interkulturelle Kompetenz und Selbstkompetenz auf beiden Seiten gefördert.

Bis sie 2009 auf der ersten deutsch-türkischen Tagung des PAD eine Lehrerin der heutigen Partnerschule Gymnasium Hamm in Hamburg kennenlernte, hatte sie länger nach einer Partnerschule in Deutschland gesucht. Das Interesse an deutsch-türkischen Schulpartnerschaften sei damals geringer gewesen. Umso mehr freute sich Ersin Kök über den Kontakt auf der Bonner Tagung vor sechs Jahren: "Es hat sofort gefunkt." Inzwischen ist am Gymnasium Hamm die Lehrerin Hatice Yildirim für die Schulpartnerschaft zuständig. "Für unsere Schule ist es wichtig, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler von dem Projekt profitieren, auch die, die an dem Austausch nicht direkt teilnehmen", betont Yildirim. Die Atmosphäre an den Schulen, die kulturelle Vielfalt im Schulleben und die innovativen Arbeitsstrukturen während des Besuches der Schülerinnen und Schüler an der Partnerschule seien ein großer Gewinn für die gesamte Schülerschaft und das Kollegium, sind sich Ersin Kök und Hatice Yildirim einig.

Neben nützlichen Informationen zur Durchführung von Schulpartnerschaften von praxiserfahrenen Referentinnen und Referenten erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung deshalb auch Informationen, wie sie Partnerschulen finden können. Neben dem Projekt "Wie ticken Jugendliche?" von Ersin Kök und Hatice Yildirim wurde das Projekt "Bridge of sweets - Wir bauen eine Brücke aus Süßigkeiten" des Rudolf-Rempel-Berufskollegs in Bielefeld mit dem Karsiyaka Lisesi in Izmir als Beispiel guter Austauschpraxis vorgestellt.

29 Lehrkräfte aus ganz Deutschland sowie drei Lehrerinnen aus der Türkei waren nach Bonn gekommen. Teilweise verfügen sie über jahrelange Erfahrung im internationalen Austausch, teilweise stehen sie am Anfang einer Partnerschaft bzw. suchen nach einer passenden Partnerschule in der Türkei. Nicht nur Gymnasien und berufsbildende Schulen waren vertreten, sondern auch Grundschulen, Förderschulen, Haupt-, Real- und Gesamtschulen, die alle an einer Partnerschaft mit der Türkei interessiert sind.

Die Tagung war eine Kooperationsveranstaltung des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) und der Robert Bosch Stiftung, deren Programm "Willkommen Türkei! Hoşgeldin Almanya!" von der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke durchgeführt wird. Die Partner informierten auch über Fördermöglichkeiten, über Methoden und Inhalte von Projektarbeit in Schulpartnerschaften sowie über die interkulturelle Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler. Der PAD fördert im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" aus Mitteln des Auswärtigen Amts den deutsch-türkischen Schüleraustausch.

Mehr Informationen:

Förderprogramm "Schulen: Partner der Zukunft"

Opens external link in new window"Willkommen Türkei! Hoşgeldin Almanya!"

Partnerschaft zwischen Hamburg und Izmir