„Eine verlässliche Perspektive bieten“ - Ergebnisse der 344. KMK-Plenartagung

Die Neuwahl des Präsidiums für das Jahr 2014, die Nominierung zum Europäischen Kulturerbe-Siegel sowie Entscheidungen zum Seiteneinstieg in den Lehrerberuf und zur Interkulturellen Bildung standen im Mittelpunkt der Plenarberatung der Kultusministerkonferenz am 5. Dezember 2013 in Berlin.

Ministerin Löhrmann zur Präsidentin der Kultusministerkonferenz gewählt

Mit Beginn des Jahres 2014 übernimmt die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann, die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz. Zu Vizepräsidentinnen/Vizepräsidenten für das Jahr 2014 wählte die Kultusministerkonferenz Staatsministerin Brunhild Kurth, Sachsen (Präsidentschaft 2015), Senatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Bremen (Präsidentschaft 2016), sowie Minister Stephan Dorgerloh. Ministerin Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz) und Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle (Bayern) gehören dem Präsidium der Kultusministerkonferenz als kooptierte Mitglieder an.

Kulturerbe-Siegel: Hambacher Schloss und Rathäuser in Münster und Osnabrück nominiert

Das Hambacher Schloss sowie die Rathäuser in Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“ sind die ersten Orte, die die Bundesrepublik Deutschland zum „Europäischen Kulturerbe-Siegel“ anmelden wird. Die Kultusministerkonferenz schloss sich damit dem Votum eines Expertengremiums  aus Wissenschaftlern, Museumsexperten und Journalisten an.

„Das Hambacher Schloss nimmt für den Demokratiebegriff Europas eine Schlüsselrolle ein. Das ‚Hambacher Fest‘ steht für das Streben nach Demokratie und spiegelt die europäische Werteordnung in hervorragender Weise wider“, betont KMK-Präsident Stephan Dorgerloh. „Synonym für die Botschaft vom friedlichen Miteinander stehen die Friedenssäle der Rathäuser in Münster und Osnabrück. Hier zeigte sich erstmals, dass Konflikte nicht durch Waffengewalt, sondern durch die Bereitschaft zum Kompromiss beigelegt werden können.“ Mit dem Kulturerbe-Siegel zeichnet die Europäische Union Kulturerbestätten aus, die die europäische Einigung sowie die Geschichte der EU symbolisieren. Eine Entscheidung wird für Ende 2014 erwartet.

Regelungen für den Seiteneinstieg in den Lehrerberuf

Die Ausbildung von Lehrkräften erfolgt grundsätzlich in einem universitären Lehramtsstudium mit anschließendem Vorbereitungsdienst und einer abschließenden Staatsprüfung. Für den Ausnahmefall des Seiteneinstiegs gelten die gleichen Qualitätsstandards und ländergemeinsamen Vereinbarungen zur Lehrerbildung wie bei einem Lehramtsstudium mit anschließendem Vorbereitungsdienst. Die Kultusministerkonferenz vereinbarte am Donnerstag in Berlin dazu gemeinsame Vorgaben und Anforderungen. Sie ermöglicht damit auch die Mobilität von Seiteneinsteigern bei einem späteren Landeswechsel.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh, erklärte: „Für den eng begrenzten Bereich des Seiteneinstiegs schaffen die Länder eine tragfähige und verlässliche Grundlage, sowohl für die Bewerber als auch die Schulen. Dabei gibt es keine Abstriche bei der Qualität der Ausbildung. Die Länder können so flexibel auf Bedarfssituationen reagieren. Mit der  länderübergreifenden Übereinkunft haben wir noch etwaige bestehende Mobilitätshindernisse wirksam behoben.“

Erasmus+ geht im Januar 2014 an den Start

Grünes Licht gab die Kultusministerkonferenz für die europäische Bildungskooperation: Erasmus+ geht zum 1. Januar 2014 an den Start. Das EU-Programm für die allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport läuft sieben Jahre und ist mit einem Budget in Höhe von 14,7 Mrd. Euro ausgestattet. Die letzte Voraussetzung für die Umsetzung des Programms in Deutschland stellte eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern dar, die von der Kultusministerkonferenz am 5. Dezember gebilligt wurde. „Möglichst viele Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende sollten durch Auslandserfahrungen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten erweitern“, erklärte KMK-Präsident Stephan Dorgerloh. In Deutschland wird das Programm von vier Nationalen Agenturen umgesetzt. Für den Schulbereich ist der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz zuständig.

Interkulturelle Bildung ist Schlüsselkompetenz für respektvolles und friedliches Miteinander

In einer globalisierten Welt werden interkulturelle Kompetenzen immer wichtiger. Die KMK hat deshalb in ihrer überarbeiteten Empfehlung zur „Interkulturellen Bildung und Erziehung in der Schule“ Vorschläge zur Umsetzung zusammengefasst, die um Anregungen für Bildungsverwaltungen und für die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ergänzt werden.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh, sieht in der Empfehlung eine Ermutigung und Stärkung von Schulentwicklung, die kulturelle Pluralität als Chance und Herausforderung versteht. „Interkulturelle Bildung bejaht den Erziehungsauftrag für eine offene und tolerante Gesellschaft, in der Schülerinnen und Schüler respektvoll miteinander umgehen und lernen, Konflikte im Dialog friedlich auszutragen und zu lösen. Wir rufen alle Schulen dazu auf, eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung zu pflegen.“

Gespräch mit dem Präsidium der Hochschulrektorenkonferenz

Bei einem Gespräch beider Präsidien haben Hochschulrektorenkonferenz und Kultusministerkonferenz vereinbart, ihre Zusammenarbeit im Interesse der Hochschulen und der Studierenden weiter zu intensivieren. Zu den anstehenden Themen gehören u.a. die Lehrerbildung, die Empfehlungen der HRK zur "Europäischen Studienreform" sowie die Internationalisierung der Hochschulen.