Zwei Jahre nach Unterzeichnung des neuen Ausbildungspaktes trafen sich die Paktpartner heute in Berlin: „Wir sind auf einem guten Weg, die Potenziale aller Jugendlichen noch besser zu fördern. Ein erfolgreicher Übergang von der Schule in das Erwerbsleben ist von entscheidender Bedeutung für die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe junger Menschen wie auch für die Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland“, betont Stephan Dorgerloh, Präsident der Kultusministerkonferenz 2013.
Schulische Bildung ist ein zentraler Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen. „Ich sehe es als große Herausforderung an, frühzeitig Grundlagen zu schaffen, um ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben führen zu können“, unterstreicht der Präsident.
Schwerpunkte setzt die Kultusministerkonferenz auf die Stärkung der individuellen Förderung, die kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung sowie den Ausbau und die Entwicklung ganztägiger Angebote.
Besonderes Augenmerk richtet sie dabei auf Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Durch Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote werden Wege zu einer qualifizierten Berufsbildung in einen anerkannten Ausbildungsberuf oder in einen Ausbildungsberuf für Jugendliche mit Behinderungen eröffnet.
Voraussetzung dafür ist die Professionalisierung des schulischen und außerschulischen Personals. Die Kultusministerkonferenz hat deshalb die Rahmenvereinbarungen für die Ausbildung und Prüfung der Lehramtstypen mit Blick auf die Erfordernisse inklusiver Bildung an allen Schulformen angepasst.
Darüber hinaus haben die Länder mit Blick auf Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund – auch in Zusammenarbeit mit den Organisationen von Menschen mit Migrationshintergrund – zahlreiche erfolgreiche Projekte auf den Weg gebracht, um die aktive Zusammenarbeit von Elternhaus und Schulen auszubauen. Dazu zählen mehrsprachige Beratungs- und Informationsangebote und Sprachkurse für Eltern, Fortbildungsangebote für Elternmultiplikatoren, Unterstützungsangebote an den Übergängen von Kita/Schule und Schule/Berufsausbildung. Die Zusammenarbeit von Eltern und Bildungseinrichtungen hat besonders deshalb einen hohen Stellenwert für den Bildungserfolg bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund, weil die Eltern wichtige Bezugspersonen für ihre Kinder sind und starken Einfluss auf die Schulwahl, Berufsorientierung und Berufswahl haben.
Nicht zuletzt trägt die Kultusministerkonferenz durch die einzelnen Maßnahmen der Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler dazu bei, die individuelle Förderung zu stärken, kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung zu gewährleisten, Schulabbrüche zu vermeiden, Abschlüsse zu ermöglichen und damit den Übergang in Ausbildung und Beruf zu erleichtern.
„Allein eine gute Schulbildung und ein hohes Maß an jenen Kompetenzen, die für eine Ausbildung wichtig sind, reichen als Garant für den erfolgreichen Übergang in den Beruf nicht aus. Wichtig ist auch, Verbindungen zu schaffen, um Betriebe und Jugendliche enger zusammenzuführen“, unterstreicht der Präsident.
Deshalb müssen alle Akteure und Anbieter im Bereich Übergang Schule-Beruf Hand in Hand zusammenarbeiten. Nur so können die verschiedenen Initiativen erfolgreich umgesetzt werden. „Neben dem Engagement der Lehrkräfte, der Schulleitungen und der Eltern sind wir auf gute Partner angewiesen. Auf die Kommunen, den Bund, die Wirtschaft und die Arbeitsagenturen. Nur gemeinsam lässt sich ein passgenaues, effektives und transparentes Übergangssystem für Jugendliche entwickeln, denen der direkte Einstieg in eine Berufsausbildung nach der allgemeinbildenden Schule nicht gleich gelingt. Nur ein solides Netzwerk, in dem man sich aufeinander verlassen kann, gewährleistet Erfolg“, appelliert Stephan Dorgerloh.