Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Belgien

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, besuchte mit Schülerinnen und Schülern Erinnerungsorte des Ersten Weltkrieges in Belgien. Am 11. November, dem nationalen Feiertag in Belgien, Frankreich, Großbritannien, den USA und den Ländern des Commonwealth zum Gedenken an das Ende dieses Krieges, nahm sie an den Feierlichkeiten in Ypern teil. Sylvia Löhmann betonte, wie wichtig reflektierte Erfahrungen der Vergangenheit für eine lebendige Demokratie sind.

"Orte des Erinnerns führen uns vor Augen, dass Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung keine Naturgesetze sind, sondern immer wieder erarbeitet und manchmal auch verteidigt werden müssen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann anlässlich ihrer Reise nach Belgien. "Die zahlreichen Kriegsgräberstätten und Denkmäler in Belgien bergen die traurige Geschichte des Ersten Weltkrieges in sich – wo, wenn nicht hier, kann die Geschichte des Ersten Weltkrieges bewusst und erfahrbar werden?"

Die Schrecken des Ersten Weltkrieges nahmen vor 100 Jahren ihre Anfänge, enden sollten sie erst vier Jahre später – mit dem Niederlegen der Waffen am 11. November 1918. Aus Anlass des Jahrestages des Waffenstillstandes reiste die KMK-Präsidentin Löhrmann für zwei Tage nach Belgien, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Siegener Peter-Paul-Rubens Gymnasiums der Opfer und des Endes des Ersten Weltkrieges zu gedenken.

Im Rahmen der zweitägigen Reise begleitete die KMK-Präsidentin Ministerin Löhrmann gemeinsam mit der stellvertretenden KMK-Generalsekretärin Heidi Weidenbach-Mattar eine Gruppe Oberstufenschülerinnen und -schüler des Siegener Peter-Paul-Rubens Gymnasiums. Sie besichtigten den rekonstruierten Schützengraben "Dodengang" in Diksmuide und besuchten den deutschen Soldatenfriedhof Vladslo. Ein Höhepunkt war die Kranzniederlegung am Menen-Tor in Ypern. Das Menen-Tor gehört zu den insgesamt vier britischen Ehrenmalen in Flandern. Es erinnert an 54.896 vermisste Soldaten des British Empire, deren Grabstätte unbekannt blieb. Seit 1928 wird allabendlich um 20 Uhr vor dem Menen-Tor "The Last Post", das britische Totensignal, geblasen.

Der 11. November ist in Belgien, Frankreich, Großbritannien, den USA und den Ländern des Commonwealth nationaler Feiertag zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges. An diesem Tag nahm  KMK-Präsidentin Löhrmann in Ypern am Gottesdienst in der St. Martins Kathedrale sowie auf Einladung der Deutschen Botschaft in Belgien an der zentralen Zeremonie am Menen-Tor und am Empfang im Rathaus teil. Anschließend besucht die Präsidentin gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern den französischen Soldatenfriedhof „Cimetière Saint-Charles-de-Potyze“ in Ypern, den englischen Soldatenfriedhof „Tyne Cot Cemetery“ in Zonnebeke sowie den deutschen Soldatenfriedhof „Langemark“ in Poelkapelle. Auf letzterem wurde mit einer Kranzniederlegungszeremonie die Reise beschlossen.

KMK-Präsidentin und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann trat die Reise nach Belgien bereits zum zweiten Mal an. Auch im letzten Jahr besuchte sie mit Schülerinnen und Schülern die Erinnerungsorte des Ersten Weltkrieges in Ypern und Umgebung. "Die Erinnerungskultur in unseren Schulen liegt mir auch persönlich sehr am Herzen. Und meine Reisen mit den Jugendlichen nach Auschwitz oder Ypern zeigen mir immer wieder, wie wertvoll die Erfahrungen für alle Beteiligten sind", so Löhrmann. "Eine lebendige Demokratie braucht die reflektierten Erfahrungen der Vergangenheit, um die Gegenwart zu gestalten und sich für die Zukunft zu öffnen. Darum ist historisch-politische Bildung in Form des Erinnerns so wichtig."

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KMK-Präsidentin Löhrmann mit der stellvertretenden KMK-Generalsekretärin Weidenbach-Mattar und Schülergruppe auf dem Soldatenfriedhof Vladslo