Gastgeber sind die französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, der Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, der erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, sowie die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan. Sie laden die deutschen Kultusministerinnen und Kultusminister und die Recteurs d’Académie (oberste Schulaufsichtsbeamte in Frankreich) zu dieser Zusammenkunft alle zwei bis drei Jahre ein.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Senatorin Claudia Bogedan, betont: „Auf allen Ebenen finden eine Vielzahl von Projekten statt. Diesen eingeschlagenen Weg müssen wir auch weitergehen und nach Kräften die Sprache und die Kultur des Partnerlandes in Deutschland und Frankreich fördern. Ich kenne kaum zwei andere Länder mit einem so dicht geknüpften Netz an institutionellen und persönlichen Verbindungen. Dies fortzusetzen ist unsere gemeinsame Aufgabe - gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen in Europa.“
Bei der Tagung wird auch über die bildungspolitische Integration von Migranten und Flüchtlingen gesprochen. Die Begegnungen zwischen deutschen und französischen Entscheidungsträgern im Schulbereich sollen außerdem dazu dienen, bestehende Partnerschaften zwischen Ländern und Académies zu intensivieren, weitere zu knüpfen und innovative Aktivitäten zur Förderung der jeweiligen Partnersprache und der Kultur in beiden Ländern zu initiieren.
Laut Angaben des statistischen Bundesamts lernen aktuell 1.535.600 Mio. Schülerinnen und Schüler Französisch in Deutschland. In Frankreich lernen rund 840.000 („Rentrée“/Schulbeginn 2015) Schülerinnen und Schüler Deutsch. Die enge Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern im Schulbereich geht auf die im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrates im Oktober 2004 verabschiedete „Strategie zur Förderung der Partnersprache“ (Saarbrücker Sprachenplan) zurück. Seit diesem Zeitpunkt finden diese Treffen wechselseitig in Deutschland und in Frankreich statt.
Hintergrund:
Recteurs d‘ Académie sind oberste Schulaufsichtsbeamte eines Verwaltungsbezirks (Académie) im Rang eines Staatssekretärs. Sie unterstehen dem französischen Ministerium für Nationale Erziehung, Hochschulbildung und Forschung (Ministère de l’Education, de l’Enseignement supérieur et de la Recherche). Sie werden per Dekret durch den Staatspräsidenten nach vorhergehender Auswahl durch den französischen Ministerrat berufen. Eine Vielzahl der Recteurs sind Hochschulprofessoren (Professeur d‘ Université). In ihrer Académie setzen sie die Beschlüsse der Zentralregierung im Bildungsbereich um. Zugleich verfügen sie über weitgehende Entscheidungsbefugnisse, z.B. was das Fremdsprachenangebot (Deutschangebot) anbelangt. Die Recteurs berichten dem Bildungsministerium über die Auswirkungen bildungspolitischer Maßnahmen in ihren jeweiligen Bezirken.