Die künftige Intensivierung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich zwischen Ländern und Académies stand im Mittelpunkt des fünften „Recteurs-Treffens“, das am 27. Juni 2013 im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg stattfand. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages („Elyséevertrag“) in diesem Jahr luden die Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Frau Annegret Kramp-Karrenbauer, und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Herr Minister Stephan Dorgerloh, die deutschen Kultusministerinnen und Kultusminister zu einer Zusammenkunft mit dem französischen Bildungsminister Vincent Peillon und den Recteurs d’Académie (oberste Schulaufsichtsbeamte in Frankreich) ein.
Die enge Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern im Schulbereich geht auf die im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrates im Oktober 2004 verabschiedete „Strategie zur Förderung der Partnersprache“ (Saarbrücker Sprachenplan) zurück. Seit diesem Zeitpunkt finden diese Treffen wechselweise in Deutschland und in Frankreich statt.
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Dorgerloh, erklärte: „Unsere heutige Zusammenkunft hat erneut deutlich gemacht, dass die zahlreichen gemeinschaftlichen Projekte zwischen Ländern und Académies in den letzten Jahren erheblich zu einer weiteren Privilegierung der Partnersprachen Deutsch und Französisch in beiden Ländern beigetragen haben. Die vielfältigen Angebote zum Erlernen der deutschen und der französischen Sprache in Deutschland und Frankreich bieten Schülerinnen und Schülern die Chance, ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen zu steigern und im Rahmen internationaler Studiengänge wirkungsvoll einzusetzen. Dies ist eine sehr positive Bilanz im ‚Elyséejahr‘.“
Die Bevollmächtigte für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen, Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, erklärte: „Ein weiterer Bereich, der unseres Engagements für die Zukunft bedarf, ist die Sprachförderung und der Austausch in der beruflichen Bildung. Ich hoffe, dass die den Anforderungen von Wirtschaft und Auszubildenden angepassten erfolgreichen Austauschprogramme des Deutsch-Französischen Sekretariats für die berufliche Bildung noch stärker nachgefragt werden. Auch die bevorstehende Eröffnung eines ersten deutsch-französischen „Lycée professionnel“ auf dem Gelände des Aérocampus von Latresne in der Akademie Bordeaux ist ein innovatives Projekt deutsch-französischer Zusammenarbeit.“
Der französische Bildungsminister, Vincent Peillon, begrüßte in diesem Zusammenhang ein besonders innovatives Vorhaben der deutsch-französischen Zusammenarbeit, und zwar die für September 2013 geplante Eröffnung eines ersten deutsch-französischen Berufsschulzweiges auf dem Aérocampus von Latresne im Bezirk der „Académie de Bordeaux“. Er begrüßte ebenfalls die Vielfalt und hervorragende Qualität der in den „Académies“ und Ländern während des deutsch-französischen Jubiläumsjahres umgesetzten Projekte, in die tausende von Schülern eingebunden waren. Darüber hinaus unterstrich der Minister die stark auf Europa gerichtete deutsch-französische Zusammenarbeit im schulischen Bereich.