Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, ruft alle Schulen dazu auf, sich intensiv mit dem Mauerfall und den Geschehnissen rund um die friedliche Revolution auseinanderzusetzen. „Die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und die Beschäftigung mit dem Leben in den zwei deutschen Staaten ist kein ostdeutsches Spezialthema, das geht uns alle an. Deshalb bleibt es wichtig, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler jetzt und in Zukunft damit befassen und wissen, was in dieser Zeit vor sich ging“, betonte der KMK-Präsident. Der Mauerfall sei eines der größten friedlichen europäischen und weltpolitischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts gewesen, dessen Bedeutung nicht aus dem Bewusstsein schwinden dürfe.
„Mit ihrem Mut haben die Menschen in der DDR bewiesen, dass sich eine Gesellschaft verändern lässt, wenn viele zusammenstehen und für die eigenen Rechte eintreten.“ Diese Lehre gelte es auch für die Zukunft zu bewahren, erklärte Stephan Dorgerloh anlässlich des deutschlandweiten Projekttages zum Mauerfall.
2009 hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen, den Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989 zum deutschlandweiten Projekttag in den Schulen zu machen. Ob mit interaktiven Projekten im Unterricht, Projekten außerhalb der Schule oder mit außerschulischen Partnern: Schülerinnen und Schüler lernen an diesem Tag fächerübergreifend bundesweit über die Geschichte der Mauer, die Lebensbedingungen der Menschen dies- und jenseits der Mauer sowie deren Fall und das Zusammenwachsen Deutschlands. Der deutschlandweite Projekttag findet jedes Jahr statt. So können Schülerinnen und Schüler verstärkt Museen und Gedenkstätten besuchen, Gespräche mit Zeitzeugen führen oder Lesungen veranstalten.
Mehr Informationen unter
http://projekttag-deutsche-geschichte.de. Das Internetprojekt wurde nach dem Aufruf der KMK durch die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur eingerichtet.
Eine Stärkung der Erinnerungskultur an Schulen ist wichtig, um Demokratie zu lernen und zu leben. Das stellt auch knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall eine besondere Herausforderung dar. Erinnerungskultur bleibt gerade deshalb ein Themenschwerpunkt in der KMK.