KMK-Präsident Stephan Dorgerloh traf mit israelischem Bildungsminister Shai Piron in Jerusalem zusammen

Beim Gespräch mit der Delegation der Kultusministerkonferenz ging es um einen Ausbau der bildungspolitischen Zusammenarbeit

Der israelische Bildungsminister Shai Piron empfing heute eine hochrangige Delegation der Kultusministerkonferenz (KMK) in Jerusalem. Teilgenommen haben neben dem Präsidenten der KMK, Stephan Dorgerloh (Sachsen-Anhalt), unter anderem Ministerin Dr. Martina Münch (Brandenburg), Senator Ties Rabe (Hamburg), Staatsministerin Brunhild Kurth (Sachsen).

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen 

  • die Stärkung der Demokratieerziehung
  • weitere Kooperationsmöglichkeiten im Bildungsbereich, insbesondere zur Vermittlung eines zeitgemäßen Bildes von Israel im deutschen Schulunterricht
  • der Austausch über gemeinsame Wertevorstellungen sowie soziokulturelle Fragestellungen und bildungspolitische Maßnahmen im Kontext der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in beiden Ländern
  • die Förderung des deutsch-israelischen Schüler-, Jugend- und Lehreraustausches 
  • die deutsch-israelische Schulbuchkommission
  • Umwelterziehung an deutschen Schulen
  • sowie die heute unterzeichnete Erklärung mit Yad Vashem

„Unser heutiges Gespräch hat erneut die Einzigartigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen aufgezeigt, die auch im Bildungsbereich zum Tragen kommen. Hier sieht sich die Kultusministerkonferenz in einer besonderen Verantwortung. Unser gestriges Treffen in der Nationalen Gedenkstätte des jüdischen Volkes Yad Vashem hat deutlich gemacht, dass die Kooperation mit Israel aus der Vergangenheit heraus verstanden werden muss und in der Gegenwart zu leben ist. Aus der Erinnerung der Geschichte erwächst Verantwortung für eine gemeinsame und friedliche Zukunft", betonte Stephan Dorgerloh.

Der Schüler- und Lehreraustausch zwischen beiden Ländern stellt ein wichtiges Element der deutsch-israelischen Beziehungen dar. Besonders erfolgreich ist das Johannes Rau Programm. Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der KMK arbeitet mit seinen vielfältigen Programmen eng mit dem israelischen Youth Exchange Council zusammen. „So ein Austausch ist enorm wichtig, um junge Menschen aus Deutschland und Israel zusammenzuführen, Vorurteile abzubauen und die Kultur schätzen zu lernen“, sagte der Präsident.

Im März 2014 bietet erstmals eine israelische Schule das Deutsche Sprachdiplom (DSD) I der KMK an. Dies ist von hoher Bedeutung für den Deutschunterricht in Israel. Der KMK-Präsident hat dem israelischen Bildungsminister dazu eine Anerkennungsurkunde überreicht. Das DSD I der Kultusministerkonferenz entspricht der sprachlichen Zugangsvoraussetzung für den Eintritt in ein Studienkolleg.

Die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den israelischen Partnern in den Bereichen Bildung, Hochschule und Kultur ist außerordentlich eng und zeichnet sich durch vielfältige Kontakte und Vorhaben aus. Bereits 2009 und 2011 besuchte eine Delegation der KMK Israel. 2015 werden beide Seiten das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen feiern.