Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhild Kurth, hat am Montag eine hochrangige Delegation aus Pakistan im Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin begrüßt. „Deutschland ist wie Pakistan föderal aufgebaut. Daher ergeben sich einige Berührungspunkte“, sagte Kurth. Gegenstand des anschließenden Gesprächs des pakistanischen Bundesbildungsministers, Muhammad Baligh-ur-Rehman, den Ministern der Provinzen und dem Sekretariat der Kultusministerkonferenz waren die Struktur des föderalen Bildungswesens, die Funktion und Arbeitsweise der Kultusministerkonferenz sowie die verschiedenen Maßnahmen der Länder zur Qualitätsentwicklung im Schulbereich. Die Delegation besuchte bereits am Vormittag das Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen (IQB). „Guter Unterricht steht im Zentrum all unserer Anstrengungen in der Kultusministerkonferenz und in den 16 Ländern“, gab die KMK-Präsidentin der Delegation mit auf den Weg.
Hintergrund:
Pakistan ist ein Bundesstaat mit den vier Provinzen Punjab, Sindgh, Belutschistan und Khyber-Pakhtunkhwa sowie den „Federally Administered Tribal Areas“ (FATA). 2010 wurde die Zuständigkeit für den Bildungsbereich den Provinzen übertragen. Im Jahr 2013/2014 konnte erstmals wieder ein Anstieg der Ausgaben für Bildung verzeichnet werden. In der Schwerpunktregion der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Khyber-Pakhtunkhwa, kam es zu einer Verdoppelung des Haushaltsansatzes. Die Einschulungs- und Alphabetisierungsrate zählt zu den niedrigsten der Welt. Das schwache staatliche Schulwesen wird durch private Anbieter unterschiedlicher Qualität ergänzt. Der deutsche entwicklungspolitische Beitrag konzentriert sich auf die Bildungsplanung, die Entwicklung von Lehrplänen und Schulbüchern sowie die Lehrerfortbildung. Hierdurch sollen verbesserte Rahmenbedingungen und eine Steigerung der Qualität erzielt werden.