Gedenken und Erinnern, damit sich die Geschichte niemals wiederholt: KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann reist morgen (Samstag, 25. Januar) für drei Tage nach Polen, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Nordrhein-Westfalen das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu besuchen. Die Reise findet aus Anlass des 69. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz am kommenden Montag, den 27. Januar, statt. An diesem Tag wird die KMK-Präsidentin vor Ort an der zentralen Gedenkveranstaltung teilnehmen und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz niederlegen.
Am Montag wird die KMK-Präsidentin Löhrmann auf Einladung der Knesset an der ersten gemeinsamen, interparlamentarischen Sitzung von Knesset- und Sejm-Abgeordneten in Krakau teilnehmen. An dieser Zusammenkunft mit dem Thema „Nachdenken über Auschwitz: Erinnern an die Vergangenheit mit Blick auf die Zukunft“ nehmen neben polnischen und israelischen Abgeordneten auch Parlamentarier aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn, Tschechien, Griechenland, Litauen, Estland sowie den USA teil. „Diese Begegnung hat eine besondere historisch-politische Bedeutung und es ist für mich eine große Ehre, dabei zu sein“, sagte die Präsidentin.
Für Sylvia Löhrmann ist es bereits der dritte Besuch des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers gemeinsam mit Schülergruppen. „Die Erinnerungskultur liegt mir persönlich am Herzen. Es ist jedes Mal bewegend, zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Opfer in Auschwitz zu gedenken und erfahren zu können, wie die Jugendlichen damit umgehen“ sagte Löhrmann. Erinnerungskultur sei das wirksamste Mittel gegen das Vergessen und damit ein wichtiger Teil der historisch-politischen Bildung. Dazu gebe es bundesweit bereits etliche vielversprechende Initiativen. In Nordrhein-Westfalen wurde im vergangenen Oktober in Zusammenarbeit mit vielen Partnern ein neues Konzept zur Erinnerungskultur vorgestellt. Erinnerungskultur ist auch ein inhaltlicher Schwerpunkt der KMK-Präsidentschaft von Ministerin Sylvia Löhrmann: „Jede Schülergeneration muss sich mit der eigenen Geschichte auseinander setzen und dafür eigene Wege und wirksame Konzepte finden. Die KMK wird Empfehlungen zur Erinnerungskultur erarbeiten. Welche Bedeutung der Erinnerungsarbeit der Schulen zukommt, wird vor allem darin deutlich, dass die persönliche Begegnung mit Zeitzeugen kaum noch möglich ist. Es liegt deshalb in unserer Verantwortung, einfühlsame und eindrucksvolle Zeugnisse der Mahnung und Erinnerung zu erhalten und zu schaffen.“
Der Jahreskalender 2014 ist gefüllt mit bedeutenden Gedenktagen deutscher und europäischer Geschichte. Dazu zählen zum Beispiel der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, der Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren oder der Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren. Das Jahr bietet daher zahlreiche Anlässe, die Erinnerungskultur an unseren Schulen zu stärken. KMK-Präsidentin Löhrmann: „Wir müssen Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, dass Demokratie und Menschenrechte keine Selbstverständlichkeit sind – das ist eine Aufgabe für die Bildungsministerien aller Bundesländer.“
Auf der Reise wird KMK-Präsidentin Löhrmann von KMK-Generalsekretär Udo Michallik, der Stifterin Roswitha Bethe, dem Vorstand der Stiftung „Erinnern Ermöglichen“ sowie Medienvertreterinnen und -vertretern begleitet. Vor Ort werden Schülerinnen und Schüler des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums Viersen, der Willy-Brandt-Gesamtschule Kerpen sowie eine Gruppe von Jugendlichen des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerkes Dortmund (IBB) an den einzelnen Programmpunkten teilnehmen. Neben der Teilnahme an der Hauptgedenkfeier, der Führung durch die Gedenkstätte und des Stammlagers stehen Diskussionsrunden und Gespräche – darunter auch ein Gespräch mit der Zeitzeugin Zofia Posmysz – auf dem Programm. Vor Ort bietet die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz vielfältige Workshops für Jugendliche an.
Weitere Informationen im Internet:
Stiftung „Erinnern ermöglichen“