Der Europarat verfolgt das Ziel, die Erinnerung an den Holocaust und die Menschenrechtserziehung als dauerhaften Bestandteil im Schulunterricht der jeweiligen Mitgliedstaaten zu etablieren. Hochrangige Vertreter aus den Mitgliedstaaten des Europarates sind bis zum 7. November 2008 im Rahmen des Projektes: „Erinnerung lehren: Erziehung zur Vorbeugung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu einem 4. Ministerseminar in Nürnberg zusammengekommen. Schwerpunkt des Treffens „Für ein Europa der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit“ unter dem Vorsitz der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, sind Fragestellungen zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Unterricht, zur Bedeutung von Recht und Gerechtigkeit sowie zur Menschenrechtserziehung. Das Seminar findet im Dokumentationszentrum Nürnberg, Reichsparteitagsgelände statt. Die Delegationen werden außerdem die KZ-Gedenkstätte Dachau sowie den Schwurgerichtssaal der Nürnberger Prozesse besuchen und mit Überlebenden und Zeitzeugen des Holocaust sprechen.
Präsidentin Kramp-Karrenbauer erklärte dazu in ihrer Eröffnungsansprache: „Deutschland hat eine besondere Verantwortung, die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten. Das Thema Nationalsozialismus und Holocaust ist im Unterricht an deutschen Schulen fest verankert. Darüber hinaus sollen junge Menschen sich damit auseinandersetzen, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte nicht vom Himmel fallen, sondern gepflegt und wenn nötig auch verteidigt werden müssen. Eine aktuelle Menschenrechtserziehung erinnert an die Vergangenheit, mahnt zur Wachsamkeit gegenüber Totalitärem sowie jeder Form von Intoleranz und stärkt junge Menschen, damit sie sich gegen Diskriminierung einsetzen.“
Das Nürnberger Ministerseminar bietet nach den Worten der Präsidentin eine gute Möglichkeit, sich im gesamteuropäischen Dialog vertieft über die Vermittlung von Ideen und Konzepten zum Thema Holocaust und Menschenrechtserziehung auszutauschen.