Als besonders erfolgreich hob der Präsident der Kultusministerkonferenz das Johannes-Rau-Programm des PAD hervor. Seit 2001 ermöglicht es jährlich 20 jungen Israelis einen Besuch in Deutschland. "So ein Austausch ist enorm wichtig, um junge Menschen aus Deutschland und Israel zusammenzuführen, Vorurteile abzubauen und die Kultur schätzen zu lernen", sagte Dorgerloh.
Der Delegation der Kultusministerkonferenz gehörten neben dem Präsidenten auch Ministerin Dr. Martina Münch (Brandenburg), Senator Ties Rabe (Hamburg) und Staatsministerin Brunhild Kurth (Sachsen) an. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Bildungsminister standen unter anderem
- die Stärkung der Demokratieerziehung,
- weitere Kooperationsmöglichkeiten im Bildungsbereich, insbesondere zur Vermittlung eines zeitgemäßen Bildes von Israel im deutschen Schulunterricht,
- der Austausch über gemeinsame Wertevorstellungen sowie soziokulturelle Fragestellungen und bildungspolitische Maßnahmen im Kontext der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in beiden Ländern,
- die Arbeit der deutsch-israelischen Schulbuchkommission und
- die Umwelterziehung an deutschen Schulen.
Beide Seiten unterzeichneten außerdem eine Erklärung über die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Yad Vashem. Gerade das Gespräch in Yad Vashem habe "erneut die Einzigartigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen aufgezeigt, die auch im Bildungsbereich zum Tragen kommen. Hier sieht sich die Kultusministerkonferenz in einer besonderen Verantwortung", betonte Dorgerloh. Das Treffen habe "deutlich gemacht, dass die Kooperation mit Israel aus der Vergangenheit heraus verstanden werden muss und in der Gegenwart zu leben ist. Aus der Erinnerung der Geschichte erwächst Verantwortung für eine gemeinsame und friedliche Zukunft".
Die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den israelischen Partnern in den Bereichen Bildung, Hochschule und Kultur ist außerordentlich eng und zeichnet sich durch vielfältige Kontakte und Vorhaben aus. Bereits 2009 und 2011 besuchte eine Delegation der Kultusministerkonferenz das Land. 2015 werden beide Seiten das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen feiern.
Bereits im März 2014 bietet erstmals eine israelische Schule das Deutsche Sprachdiplom (DSD) I der Kultusministerkonferenz an. Dies ist von hoher Bedeutung für den Deutschunterricht in Israel. Der Präsident der Kultusministerkonferenz überreichte dazu dem israelischen Bildungsminister eine Anerkennungsurkunde. Das DSD I der Kultusministerkonferenz entspricht der sprachlichen Zugangsvoraussetzung für den Eintritt in ein Studienkolleg.