Auf Einladung der Regierung reist Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz als Vertreter der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) vom 11. bis 15 Mai nach Taiwan. Ziel ist es, die bildungs- und kulturpolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Taiwan weiter auszubauen.
Im Mittelpunkt der Reise stehen Gespräche mit dem Vizepräsidenten der Republik, Vincent C. Siew, sowie mit hochrangigen Vertretern des Bildungsministeriums. Im Rahmen verschiedener Besuche von Schulen, Hochschulen sowie wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen sind weitere Treffen mit schul- und hochschulpolitischen Akteuren des Landes geplant. Auf dem Besuchsprogramm stehen auch die „Deutsche Schule Taipei“, die gemeinsam mit einer französischen und britischen Sektion in die „Taipei European School“ eingebettet ist, sowie das Deutsche Kulturzentrum Taipei (Goethe Institut). Insbesondere der Schüler- und Studentenaustausch sowie die akademisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Deutschland sollen vertieft werden. Zahlreiche Bundesländer unterhalten Wissenschafts- und Kulturkontakte zu Taiwan. Auch zur wichtigsten Forschungseinrichtung Taiwans, der Academia Sinica, will Prof. Dr. Olbertz Kontakt aufnehmen.
Derzeit bestehen zwischen 31 taiwanesischen und 51 deutschen Hochschulen 75 Kooperationsvereinbarungen, die u.a. von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) koordiniert werden. Etwa 1.300 Taiwanesen studieren in Deutschland. Die Hochschulrektorenkonferenz hat 2005 ein Kooperationsabkommen in Forschung und Lehre und zur Anerkennung von Studienleistungen mit den drei führenden Hochschulverbänden Taiwans geschlossen. Auch in Sachsen-Anhalt studieren junge Leute aus Taiwan.
„Aus meiner Sicht birgt die vielfältige Bildungs- und Kulturlandschaft Taiwans, die sich auf einem sehr hohen Entwicklungsniveau befindet, ein besonderes Potenzial für die Kooperation zwischen unseren beiden Staaten sowie auch dem Land Sachsen-Anhalt“, sagt Minister Olbertz. Vor allem erweiterte Möglichkeiten des kulturellen und wissenschaftlichen Austausches wolle er ausloten und dazu u.a. eine Zusammenarbeit zwischen den Kulturstiftungen anregen.