Hans Maier prägte die deutsche Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturpolitik über viele Jahre hinweg, insbesondere in seiner Funktion als Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus. Der Kultusministerkonferenz gehörte er von 1970 bis 1986 an. In den Jahren 1971 und 1982 stand er ihr als Präsident vor.
Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, erklärt: „Hans Maier war ein versierter Kenner der Bildungspolitik, einer, der Maßstäbe gesetzt hat und der stets aus Leidenschaft für die Schulen gehandelt hat. Er war ein großer bayerischer Kultusminister und Präsident der KMK. Ich erinnere mich noch gut, dass ich ihn zu Beginn meiner Amtszeit als bayerische Kultusministerin um einen Rat bat. Seine Antwort: ‚Bleiben Sie sich selber treu und bleiben sie authentisch‘. Das sei sein einziger Rat. Umso mehr denke ich heute an seine Worte zurück. An den Rat, der mich berührt hat und der mich bis heute begleitet.“
Der Präsident der Wissenschaftsministerkonferenz, Markus Blume, erklärt: „Mit Hans Maier verlieren wir einen passionierten Bildungspolitiker, herausragenden Gelehrten und öffentlichen Intellektuellen. Sein Leben war dem Dienst an Bildung, Wissenschaft, Kultur und Demokratie gewidmet. Als Wissenschaftler verband Hans Maier analytische Schärfe mit fachlicher Tiefe, als Politiker Konsequenz mit Augenmaß und als öffentlicher Intellektueller geistige Unabhängigkeit mit großer menschlicher Zugewandtheit. Sein Rat war gefragt, seine Stimme hatte Gewicht – nicht, weil sie laut war, sondern weil sie Substanz hatte. Hans Maier hat die Bildungsexpansion der Bundesrepublik entscheidend vorangetrieben. Sein Credo war immer: Den Zugang zu Bildung zu erweitern, ohne dabei den Bildungsbegriff selbst zu verwässern. Dabei ging es ihm um mehr als bloße Wissensvermittlung – Bildung war für ihn Grundlage für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für die Verantwortung des Einzelnen. Sein Denken und sein Wirken geben weit über seine Zeit hinaus Orientierung.“
Hans Maier verstand die Vielfalt des Bildungsföderalismus als Stärke und setzte sich zugleich für die Zusammenarbeit der Länder dort ein, wo gemeinsame Lösungen sinnvoll erschienen. Er fühlte sich einer humanistischen Bildungstradition verpflichtet und war ein profilierter Verfechter eines wertegebundenen, geisteswissenschaftlich geprägten Bildungsverständnisses.
In einer Phase intensiver bildungspolitischer Debatten trat er für Ausgleich und institutionelle Stabilität ein. Innerhalb der Kultusministerkonferenz wurde er als reflektierter und konsensorientierter Akteur geschätzt, der den Austausch zwischen unterschiedlichen bildungspolitischen Positionen suchte.
Über die Bildungspolitik hinaus wirkte Hans Maier als renommierter Politikwissenschaftler, Publizist und Hochschullehrer weit über Bayern hinaus. Sein Engagement für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Demokratie hat die Bundesrepublik Deutschland nachhaltig geprägt.
Die Kultusministerkonferenz wird Hans Maier ein ehrendes Andenken bewahren.