Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann, ruft Schulen anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls dazu auf, sich intensiv mit dem historischen Datum 9. November auseinanderzusetzen.
„Leid und Aufbruch liegen an diesem Tag eng beieinander: 1918 die Ausrufung der Republik, 1923 der Hitler-Ludendorff-Putsch, und als eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte 1938 die Novemberpogrome gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland. Mit dem Fall der Mauer 1989 hat auch ein erfreuliches Ereignis Platz in unserer Erinnerung. Für unseren demokratischen Rechtsstaat und für die politische Kultur unseres Landes ist es unerlässlich, dass die Erinnerungskultur in unseren Schulen fest verankert ist“, betont die Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei für jede Generation eine fortwährende Aufgabe.
Löhrmann unterstreicht: „Es ist wichtig zu wissen, auf welchen Werten und historischen Fundamenten unsere Gesellschaft beruht. Der Fall der Mauer und das Ende der SED-Diktatur stehen beispielsweise für den Mut Einzelner und den Freiheitswillen der Menschen in der damaligen DDR, erinnert aber auch an die Opfer dieses Regimes. Das Gedenken daran mahnt uns jeden Tag aufs Neue, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind.“ Die Präsidentin betont, dass Erinnerungskultur über Anlässe wie Gedenktage hinausgehe: „Auch Besuche von Gedenkstätten und Orten der Erinnerung bieten die besondere Chance, jungen Menschen die Bedeutung der Geschichte für ihr eigenes Leben und die Gegenwart deutlich zu machen. Möglichst viele Schulen sollen deshalb zu einer aktiven Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit beitragen.“
Die Kultusministerkonferenz erarbeitet derzeit Empfehlungen zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule, die im Dezember-Plenum beschlossen werden sollen.
Projekttag 9. November
Die Kultusministerkonferenz hatte 2009 beschlossen, den Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989 zum deutschlandweiten Projekttag in den Schulen zu machen. Ob mit Projekten im Unterricht, außerhalb der Schule oder mit außerschulischen Partnern: Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich aus Anlass diesen Tages fächerübergreifend mit der Geschichte der Mauer, den Lebensbedingungen der Menschen dies- und jenseits der Mauer, sowie deren Fall und das Zusammenwachsen Deutschlands. Dabei bietet sich auch der Besuch von Museen und Gedenkstätten, Gespräche mit Zeitzeugen oder die Veranstaltung von Lesungen an. Der Projekttag findet jedes Jahr statt.
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