Schülerprojekt in Bosnien und Herzegowina

Mit Straßenkunst und Flashmobs haben Jugendliche in Bosnien und Herzegowina Vorurteile und ethnische Grenzen überwunden. Initiiert wurde das Projekt von "kulturweit"-Freiwilligen, die sich an fünf Schulen mit Deutschschwerpunkt in den beiden Ländern engagieren.

Hunderte verdutzter, aber gleichermaßen amüsierter Passanten konnten im Mai in Sarajewo ein gefrorenes Massenstandbild bewundern, das eine Gruppe Deutsch lernender Schülerinnen und Schüler aus Bosnien und Herzogowina entwickelt hatte. In einem fünftägigen Workshop in deutscher Sprache hatten die Jugendlichen auf Anregung einer Gruppe "kulturweit"-Freiwilliger aus Deutschland von der Kissenschlacht über den Flashmob-Tanz und den Gedichtvortrag bis zum Straßenkonzert aus Schrottmusik alles ausprobiert und durchdacht, was Spaß macht und Menschen aus den verschiedenen Regionen und Kulturen des Landes zusammenbringt.

"In einem Land, in dem gerade Minen an die Oberfläche gespült werden, in dem noch immer Einschusslöcher das Stadtbild prägen und in dem an Schulen ethnische Apartheid herrscht, ist kulturelle Vielfalt ein schwieriges Thema", lautet die gemeinsame Erfahrung der fünf jungen Deutschen. Sie  leisten derzeit in Bosnien und Herzegowina ihren Freiwilligendienst bei "kulturweit", dem internationalen Jugendfreiwilligendienst im Bereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Wichtig war ihnen bei ihrer Aktion, dass die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für etwas selbst Erschaffenes tragen und dabei sich gegenseitig kennenlernen und erfahren, dass ihre Ideen akzeptiert werden. Sie wollten auf diese Weise Lebenslust in der Nachkriegsgeneration aufbauen und die Menschen zum Lachen zu bringen.

"Schülerinnen und Schüler, die sich sonst wahrscheinlich niemals begegnet wären, lagen sich in den Armen, tauschten Adressen aus und verabredeten sich. Die Rückmeldungen waren zu hundert Prozent positiv. Die Schülerbegegnung wurde zur Schülerfreundschaft", berichten die Freiwilligen.

Der Workshop mit den 18 Jugendlichen fand in deutscher Sprache statt und war mit gemeinsamer Freizeit und gemeinsamem Kochen und Wohnen verbunden.
Die fünf jungen Freiwilligen aus Deutschland, Juliane Beckmann, Leonie Hoerster, Alina Gold, Tereza Obsivac und Eicke Entzian sind an Schulen in Sarajevo, Mostar, Grude, Banja Luka und Bosanska Krupa tätig. Trotz aller ethnischen Unterschiede haben diese Schulen eines gemeinsam. Sie gehören alle zum Netzwerk der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) und die Schülerinnen und Schüler lernen alle Deutsch – an den von der ZfA geförderten Schulen sogar mit der Möglichkeit, mit dem Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz der Stufe II in Deutschland zu studieren.

Die Aktion wurde durch die ZfA finanziell und pädagogisch gefördert und vom Goethe-Institut, der Organisation "Schüler Helfen Leben" und der deutschen Botschaft Bosnien und Herzegowina unterstützt.

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Der PAD vermittelt Freiwillige an Schulen vorwiegend in Staaten Mittel- und Osteuropas. Weitere Einsatzstellen befinden sich in Lateinamerika, Asien und Afrika.

"kulturweit" beim PAD