Schülerprojekte an Deutschen Schulen im Ausland prämiert

"Schüler bauen weltweit Brücken"

Sich in Istanbul auf das Abitur vorbereiten und bereits Creditpoints an der TU Kaiserslautern sammeln, in Chile beim Bau von Holzhäusern helfen oder in Dublin Null-Energiestrategien für die Ökobilanz der eigenen Schule entwickeln. Das vielfältige Spektrum innovativer Ideen und Aktivitäten an deutschen Auslandsschulen will der Wettbewerb "Schüler bauen weltweit Brücken" darstellen. Zum Höhepunkt der Weltkonferenz der Deutschen Auslandshandelskammern wurden jetzt im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin die besten Schülerprojekte an Deutschen Schulen im Ausland ausgezeichnet.

Der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, lobte die Arbeit der Deutschen Auslandsschulen: „Der Wettbewerb dokumentiert einmal mehr die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft unserer Schulen im Ausland. Die Fülle an Ideen und die Breite des Angebots, mit dem Schülerinnen und Schüler weltweit Projekte entwickeln und bis zum Ende ausarbeiten, ist beeindruckend. Ich danke allen Lehrkräften und Schulleitungen für ihr Engagement bei der Unterstützung dieser Arbeiten. Mein Glückwunsch gilt allen Preisträgerschulen.“

Den mit 40.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt die deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi für ihr Projekt zum Früh- und Fernstudium an der TU Kaiserslautern. Die Schule fördert ma-thematisch hochbegabte Schülerinnen und Schüler bereits vor dem Abitur auf universitärem Niveau. An der Entwicklung des Fernstudiums waren die Schülerinnen und Schüler intensiv beteiligt, unter anderem entstand eine Simulations-App. Die Leistungen aus dem Fernstudium werden angerechnet, wenn die Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur ein Studium in Deutschland beginnen.

Den zweiten Preis erhielt die Deutsche Schule St. Kilian’s in Dublin für ihre ökologische Ausrichtung. „Grüne Schule“ heißt das Projekt, mit dem Umweltschutz und Nachhaltigkeit an der Schule umfassend gelebt werden. Die Integration umweltbewussten Verhaltens in den schulischen Alltag macht auch vor der Schulparty nicht halt.

An die Deutsche Schule Santiago de Chile ging der dritte Preis für das Schülerprojekt C.A.S.A. (Centro de Acción Social del Alemán). Die Schülerinnen und Schüler beschränken sich nicht auf eine theoretische Auseinandersetzung, sondern packen konkret mit an, wenn sie bei beispielsweise beim Bau von Holzhäusern helfen können. Mit diesem sozialen Projekt wird die Verantwortung für eine gemeinsame Welt deutlich.

Der Wettbewerb wurde bereits zum vierten Mal für innovative Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, soziales Engagement, Umwelt und Energie, Kultur und Unterrichtsentwicklung ausgelobt.

Die Bundesrepublik Deutschland fördert weltweit deutsche Schulen im Ausland und den Deutschunterricht an schulischen Einrichtungen im Ausland. Verantwortet und gesteuert wird die Auslandsschularbeit von der Kultusministerkonferenz in Zusammenarbeit mit dem Bund. Derzeit werden an den Deutschen Auslandsschulen 81.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, davon 60.000 nichtdeutscher Herkunft.