Schulen als Orte der Erinnerung

Auf der Fachtagung des PAD "Gemeinsam erinnern – gemeinsam Zukunft gestalten" in Bonn befassen sich 200 Vertreter/-innen von Schulen, Bildungsverwaltung und Wissenschaft mit internationalen Austauschprojekten, die Themen der Erinnerungskultur zum Inhalt haben. Sylvia Löhrmann, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, betonte die Bedeutung historisch-politischen Lernens in der internationalen Schulzusammenarbeit.

Schulen sollen historische Jahrestage zum Anlass nehmen, sich auch in europäischen und internationalen Austauschprojekten mit Themen der Erinnerungskultur zu befassen. "Schülerinnen und Schüler lernen gerade in solchen Projekten, auf welchen Werten und historischen Fundamenten unsere Gesellschaft beruht, die sie – im Vertrauen auf die eigenen Möglichkeiten − in Zukunft mitgestalten können. Möglichst viele Schulen sollen deshalb zu Orten der Erinnerung werden und so zu einer aktiven Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit beitragen", betonte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, auf einer Fachtagung des PAD in Bonn.

An der Veranstaltung unter dem Titel "Gemeinsam erinnern – gemeinsam Zukunft gestalten" am 26. und 27. Mai 2014 in der Deutschen Welle in Bonn nahmen rund 200 Vertreter/-innen von Schulen, Bildungsverwaltung und Wissenschaft aus Deutschland und aus dem europäischen Ausland teil. Weitere Redebeiträge hielten unter anderem Markus Meckel, Außenminister a.D. und Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Professor Peter Geiss, Mitherausgeber des Deutsch-Französischen Geschichtsbuches für die gymnasiale Oberstufe, und Steven Stegers, stellvertretender Direktor der Europäischen Vereinigung für Geschichtslehrkräfte (EUROCLIO).

Für das historisch-politische Lernen im Zeichen der Erinnerungskultur sieht die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Anknüpfungspunkte in verschiedenen Fächern. Eine besondere Herausforderung stelle dabei die kulturelle Vielfalt und heterogene Zusammensetzung der heutigen Schülerschaft dar. "Damit verantwortungsvoll und sensibel umzugehen, ist eine Aufgabe, auf die wir Lehrerinnen und Lehrer vor allem in der Ausbildung gründlich vorbereiten müssen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Zugleich regte sie eine engere Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und Akteuren der Zivilgesellschaft an. Diese könnte dazu beitragen, die Spielräume und den Horizont von Schule und Unterricht zu erweitern. "Viele Gedenkstätten und Museen bieten eine pädagogische Begleitung an, von denen Lehrerinnen und Lehrer auch in Austauschprojekten profitieren", so Sylvia Löhrmann.

Lesen Sie hier die Dokumentation der Fachtagung und sehen Sie die Videos

Informationen zum PAD-Jahresschwerpunkt "Gemeinsam erinnern - gemeinsam Zukunft gestalten"

Sylvia Löhrmann, Heidi Weidenbach-Mattar, Markus Meckel und Prof. Dr. Peter Geiss bei der Eröffnung der Fachtagung