Schulische Bildung von Kindern beruflich Reisender

Kultusministerkonferenz setzt sich für Qualitätsausbau und Qualitätssicherung ein

In einer gemeinsamen Konferenz zum Thema „Unterricht für Kinder beruflich Reisender“ am 14. und 15. Januar 2015 in Aachen tauschte sich die Kultusministerkonferenz (KMK) mit Verbands- und Elternvertretern beruflich Reisender über die Schul- und Unterstützungsmaßnahmen in den Ländern für diese Zielgruppe aus.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts zur schulischen Bildung reisender Kinder. Ziel ist es, eine flächendeckende vergleichbare schulische Versorgung reisender Kinder zu ermöglichen, die die gegenwärtigen Rahmenbedingungen in den Ländern berücksichtigt. Dazu wurde in den letzten Jahren viel erreicht. Zur Dokumentation des Lernstands nutzen die Kinder zum Beispiel ein einheitliches Schultagebuch. Die Lernbegleitung vor Ort wird durch Bereichslehrkräfte unterstützt und zusätzlich besteht die Möglichkeit des Fernlernens auf der Reise. Diese Maßnahmen sollen durch eine Digitalisierung des Schultagebuchs und eine bessere Vernetzung der Kommunikation der Lehrkräfte weiter ausgebaut werden. Erreicht werden soll dies sowohl durch eine engere länderüberreifende Zusammenarbeit als auch den Qualitätsausbau des Unterrichts.

Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche in Deutschland wechseln zum Teil wöchentlich die Schule, weil ihre Eltern als beruflich Reisende unterwegs sind, z.B. als Schausteller, Handwerker, Binnenschiffer oder Artisten im Zirkus. Der Bildungsweg dieser Kinder ist bestimmt durch häufigen Wechsel über die Landesgrenzen, nicht selten auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Diese besondere Situation erfordert abgestimmte Unterstützungssysteme, um die speziellen Lernbedingungen dieser Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen, ihnen einen Schulabschluss zu ermöglichen und so einen erfolgreichen Übergang in den Beruf zu gewährleisten. Deshalb arbeitet die Kultusministerkonferenz eng mit den Verbänden und Elternvertretern dieser Berufsgruppen zusammen. Einmal jährlich findet dazu im Rahmen des Delegiertentages des Deutschen Schaustellerbundes bzw. des Bundesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute eine gemeinsame Konferenz statt.

Teilnehmer sind die Referentinnen und Referenten der Länder für Fragen des Unterrichts für Kinder von beruflich Reisenden, Vertreter der Schule für Circuskinder in Nordrhein-Westfalen sowie der Schule für Kinder beruflich Reisender in Hessen sowie Vertretungen von Verbänden, die sich der Belange reisender Kinder annehmen, wie „Beruflich Reisende in Deutschland“ (BERiD) und „Schule im Circus“ (SiC).

Weitere Hinweise und Informationen zum Themenkomplex „Kinder beruflich Reisender“ finden SieOpens external link in new window hier  sowie derOpens external link in new window länderübergreifenden Homepage.