Als Malika Avezova 2008 in ihrer Heimatstadt Khujand in Tadschikistan einen landesweiten Sprachwettbewerb der Deutschen Botschaft gewinnt, ahnt sie nicht, welche Auswirkungen dies für ihr künftiges Leben haben wird. Die damals 16-Jährige qualifiziert sich mit ihren ausgezeichneten Deutschkenntnissen für einen vierwöchigen Aufenthalt in Wedel bei Hamburg, wo sie ein Gymnasium besucht und bei einer Gastfamilie untergebracht ist. »Das war das erste Mal in Deutschland und ich war sehr schüchtern, nicht nur wegen der Sprachkenntnisse, sondern vor allem, weil ich es von meinem Heimatland her gewohnt war, dass Frauen sich zurückhalten, distanziert bleiben«, erinnert sie sich. Der Aufenthalt in Deutschland markiert einen Wendepunkt in ihrem Leben: »Ich habe hier gesehen, dass Frauen so vieles machen können, studieren, arbeiten, frei sein - das wollte ich auch.«
Zurück in Khujand wird Malika der Kontrast zwischen ihrem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und den Zwängen, denen Frauen in ihrer Heimat unterworfen sind, deutlich. Sie bewirbt sich deshalb um ein Stipendium beim DAAD für ein Studium in Deutschland - und hat Erfolg. Seit dem Wintersemester 2010 studiert sie Jura an der Humboldt-Universität Berlin. Später will sie sich auf dem Gebiet des Internationalen Strafrechts spezialisieren.
Künftigen Preisträgern rät Malika: "Seid offen für die neue Kultur und Sprache des Landes, kommt aus Euch heraus, seid nicht schüchtern, seht den Aufenthalt in Deutschland als Chance und neue Perspektive."
Informationen zum Programm