Vom 21. bis 25. Oktober 2013 besucht eine hochrangige Delegation der Kultusministerkonferenz (KMK) auf Einladung des Bildungsministeriums Israel. Dies ist die größte Delegation seit Gründung der KMK. Im Mittelpunkt der Reise steht die gemeinsame Unterzeichnung einer Erklärung mit Yad Vashem, der Gedenkstätte für Holocaust und Heldentum. Ziel der Erklärung ist es, eine ständige und umfassende Zusammenarbeit zu fördern. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende sollen über die Geschichte des jüdischen Vorkriegslebens in Europa sowie des Holocaust in einer altersangemessenen und wirksamen Weise in ganz Deutschland informiert werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang das Thema Lehrerfortbildung, um hier eine solide Grundlage zur Vermittlung des Themas zu schaffen. Diese Erklärung ist erstmals eine Vereinbarung für alle Bundesländer. Bisher gab es nur Vereinbarungen einiger Bundesländer mit Israel.
„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Geschichte des Holocaust in Deutschland weiter zu vertiefen – besonders auch vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die ein authentisches Bild vermitteln können – und damit weiterhin zu einem selbstverständlichen Teil der Erinnerungskultur zu machen“, betont Stephan Dorgerloh, Präsident der Kultusministerkonferenz. „Zugleich ist uns sehr daran gelegen, im Schulunterricht beider Länder ein zeitgemäßes Bild von der Politik, Gesellschaft, Religion und Kultur aufzuzeigen“, unterstreicht der Präsident.
So sollen in einem Gespräch mit dem israelischen Bildungsminister Shai Piron weitere Maßnahmen zur Demokratieerziehung und zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten im Bildungsbereich ausgelotet werden. Ebenfalls im Mittelpunkt des Gespräches steht die Förderung des deutsch-israelischen Schüler-, Jugend- und Lehreraustausches, auch unter Einbeziehung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Die bilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Hochschule und Kultur ist außerordentlich eng und zeichnet sich durch vielfältige Kontakte und Vorhaben zwischen Deutschland und den israelischen Partnern aus. Bereits 2009 und 2011 besuchte eine Delegation der KMK Israel. Damals standen die Integrationspolitik, Demokratie- und Umwelterziehung sowie die deutsch-israelischen Schulbuchkommission im Mittelpunkt der Gespräche.
2015 werden beide Seiten das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen feiern. Hier werden Deutschland und Israel über mögliche Akzente sprechen, die aus diesem Anlass im Bildungs- und Kulturbereich gesetzt werden können.