Mit der heute verabschiedeten überarbeiteten <media download_pdf><img alt="undefined" src="fileadmin/img/icons/download_pdf.gif">Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring</media> (Beobachtung des Bildungssystems) setzt die Kultusministerkonferenz ihren Weg fort, auf der Grundlage abgesicherter Ergebnisse von Bildungsprozessen die Qualität des Bildungssystems auf allen Ebenen weiter zu erhöhen. Mit der Überarbeitung sollen die Voraussetzungen dafür verbessert werden, dass Entwicklungen im Bildungswesen nicht nur beschrieben werden, sondern aus empirischen Daten tatsächlich pädagogische Taten erwachsen.
„Die Kultusministerkonferenz muss für hohe Qualität und Vergleichbarkeit der Bildung in Deutschland sorgen. Die Beobachtung des Bildungssystems, das sogenannte Bildungsmonitoring, bietet das dafür erforderliche differenzierte Wissen. Die Tests sind daher kein Selbstzweck, sondern geben verlässliche Auskunft darüber, wo die Stärken und Schwächen des Bildungssystems in Deutschland, aber auch in allen 16 Ländern liegen. Doch bei den Tests dürfen wir nicht stehen bleiben. Wir brauchen auch geeignete Therapien gezogen werden, um die Qualität des Bildungssystems weiter zu verbessern. Als Bilanz der vergangenen Jahre zeigt sich, dass dieser Weg höchst erfolgreich war und ist: Mit den Verfahren und Instrumenten der Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring wurden entscheidende Anstöße für die Weiterentwicklung des Bildungssystems, der Schulen und des Unterrichts gegeben. Sichtbarer Ausdruck ist insbesondere die Tatsache, dass sich die Schülerinnen und Schüler in Deutschland bei PISA seit dem Jahre 2000 in allen Kompetenzbereichen kontinuierlich verbessert haben“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin, Brunhild Kurth.
Die Kultusministerkonferenz hat die Erfahrungen der vergangenen Jahre aber auch zum Anlass genommen, den mit der sog. empirischen Wende eingeschlagenen Weg zu hinterfragen und neu auszurichten. Dabei hat sich gezeigt, dass zukünftig ein stärkeres Gewicht darauf gelegt werden sollte,
- Entwicklungen nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu erklären und dies mit Hinweisen zu verbinden, wie die festgestellten Probleme gelöst werden können,
- die stetig wachsende Anzahl von Forschungsergebnissen systematisch zu sichten, aufzubereiten und sowohl für die Bildungspolitik als auch für die Bildungspraxis bereitzustellen,
- zusätzliche Informationen für die Erklärung von Leistungsunterschieden zwischen den Ländern zur Verfügung zu stellen,
- steuerungsrelevantes Wissen auch tatsächlich für die Entwicklung des Bildungssystems und jeder Schule zu nutzen.
- Diesem Ziel will die Kultusministerkonferenz mit der Überarbeitung der Gesamtstrategie näher kommen, insbesondere durch:
- gesicherte Aussagen über langfristige Trends
- ein stärkeres Gewicht auf die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Kompetenzstufen der Bildungsstandards in den Berichten zu den IQB-Länder vergleichen
- integrierte Kompetenzstufenmodelle, die die gesamte Bandbreite der Schülerleistungen umfassen
- Differenziertere Ergebnisse für die einzelnen Länder
- zusätzliche Schwerpunktthemen in den Berichten zu den IQB-Ländervergleichen
- eine Zusammenstellung von Forschungsfeldern mit zentraler bildungspolitischer Bedeutung für die Kultusministerkonferenz
- die Auswertung und Zusammenfassung vorhandener Forschungsergebnisse,
- die adressatengerechte Aufbereitung von Forschungswissen mit einem wirkungsvollen Transfer in Bildungspolitik und Bildungspraxis.
„Die überarbeitete Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring ist das Ergebnis eines intensiven, mehrjährigen Beratungsprozesses der Kultusministerkonferenz, an dem sich auch das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) sowie eine Reihe von Vertreterinnen und Vertretern der Bildungswissenschaft, der Verbände und Gewerkschaften beteiligt haben. Ihnen allen danke ich für die engagierte Diskussion und Unterstützung. Ich bin zuversichtlich, dass es auf dieser Grundlage gelingen wird, den Weg einer an Ergebnissen orientierten Steuerung des Bildungswesens erfolgreich fortzusetzen, indem für die dafür erforderlichen neuen Weichenstellungen gesorgt wird“, betonte die KMK-Präsidentin.