Weiterbildung mit Karneval

Die Lehrkräfte deutscher Auslandsschulen erlebten in Bonn einen kleinen Kulturschock. Auf ihrer Einführungstagung zum Weiterbildungsjahr in Deutschland begegneten sie dem Gefolge der Beueler Wäscheprinzessin. So erhielten sie nicht nur Informationen zur Didaktik und Methodik des Unterrichts, sondern auch einen Einblick in das Bonner Brauchtum.

Da staunen die Deutschlehrkräfte aus aller Welt nicht schlecht: die vermeintlich so steifen Deutschen schunkeln, singen Karnevalslieder und jubeln einem seltsam gekleideten Quartett zu. Der Besuch des Gefolges der Beueler Wäscheprinzessin sorgt in jedem Fall für einen kleinen Kulturschock bei der Einführungstagung im Weiterbildungsprogramm für Ortslehrkräfte an deutschen Auslandsschulen oder Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom ermöglichen.

Bevor die 30 teilnehmenden Lehrkräfte aus Südamerika, Asien, Afrika, Osteuropa und Griechenland für ein Jahr an deutschen Schulen hospitieren und unterrichten, werden sie auf der Einführungstagung des PAD in Bonn auf ihre zukünftige Tätigkeit vorbereitet. In Workshops beschäftigen sie sich mit Themen wie "Störungen im Unterricht", "Schulrecht" oder "Das Leben in Deutschland" – und hierzu gehören natürlich auch das Brauchtum und der Karneval.

Sogar Heidi Weidenbach-Mattar, stellvertretende Generalsekretärin der Kultusministerkonferenz, ist gekommen, um Wäscheprinzessin Susanne II. zu sehen. Auch wenn die Prinzessin letztlich krank ist und ihre Entourage als Vertretung schickt, gewinnen die Ortslehrkräfte ganz neue Eindrücke über Deutschland. "Ich habe immer gedacht, dass die Deutschen nur beim Fußballgucken feiern", sagt Zsófia Stráhl aus Ungarn. "Jetzt weiß ich, dass sie auch beim Karneval aus sich herausgehen."

Die Aktualisierung des Deutschlandbildes ist nur ein Vorteil, den die Lehrer aller Fachrichtungen im Sekundarbereich aus dem Weiterbildungsprogramm ziehen. Auch eine Verbesserung und Erweiterung der Sprachkenntnisse sowie ein Kompetenzzuwachs im didaktisch-methodischen Bereich sind gute Gründe, die für eine Teilnahme an dem Programm sprechen. Nach der einwöchigen Einführungstagung fahren die Ortslehrkräfte in ihre Schulen in ganz Deutschland. Dort werden sie hospitieren, ein eigenes Unterrichtsprojekt durchführen und sich mit einem Werk der Jugendliteratur beschäftigen, das sie sich auf der Einführungstagung ausgesucht haben. Spätestens auf der Zwischentagung sehen sich dann alle wieder – um sich weiterzubilden, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam ihre neuen Eindrücke über Deutschland und die Deutschen zu verarbeiten. Das Weiterbildungsprogramm wird zum größten Teil aus Mitteln der Länder in Deutschland finanziert. Das Auswärtige Amt gewährt Zuschüsse zu Reisekosten und Fortbildungsseminaren während des Aufenthalts.

Informationen zum Weiterbildungsprogramm


Das Gefolge der Beueler Wäscheprinzessin erstaunt Deutschlehrkräfte aus aller Welt