Wissenschaftsministerkonferenz im Austausch mit Universitätsklinika zur Zukunft der Hochschulmedizin

Die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder haben sich am Mittwoch im Rahmen der Wissenschaftsministerkonferenz (Wiss-MK) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Prof. Dr. Jens Scholz, über aktuelle Herausforderungen der Hochschulmedizin ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen insbesondere Fragen der Gesundheitsversorgung, aktuelle Gesetzgebungsvorhaben sowie strukturelle und infrastrukturelle Entwicklungen im Klinikbereich.

Die Wissenschaftsministerkonferenz dankte Prof. Dr. Scholz für den Austausch und die Einblicke in die Perspektive der Universitätsklinika. Themen des Gesprächs waren unter anderem das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz, die Krankenhausreform sowie weitere gesetzgeberische Vorhaben wie die Notfallreform und die Weiterentwicklung der ärztlichen Approbationsordnung. Auch Fragen der Digitalisierung und des Bauens im Klinikbereich wurden erörtert.
Der Präsident der Wissenschaftsministerkonferenz und B-Länderkoordinator, der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, erklärt: „Unsere Uniklinika sind nicht nur zentral für Forschung und Ausbildung – sie sind das Rückgrat der spitzenmedizinischen Versorgung in Deutschland. Als Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder stehen wir im engen Schulterschluss mit unseren Uniklinika und stellen sie zukunftsfest auf. Wir wollen kooperieren und gemeinsam reformieren. Es braucht eine systematische Förderkulisse für Uniklinika sowie exzellente Rahmenbedingungen für Fortschritte bei Digitalisierung, Daten und personalisierter Medizin. Wir sind uns zudem einig, dass Notwendigkeit besteht, die medizinische Approbationsordnung in dieser Legislaturperiode zügig zwischen Bund und Ländern zum Abschluss zu bringen. Dazu muss sich der Bund an den Mehrkosten der Medizinerausbildung angemessen beteiligen. Klar ist auch: Die Weiterentwicklung der Hochschulmedizin in Deutschland soll und muss unter dem Eindruck der Zeitenwende gedacht und gestaltet werden. Gerade mit Blick auf die Umsetzung des Gesundheitssicherstellungsgesetzes muss der Bund auch hier Verantwortung übernehmen. Wer den Ausbau und die Härtung von Uniklinika als kritische Infrastrukturen für den Verteidigungsfall will, der muss dafür Geld aus dem Verteidigungsbereich in die Hand nehmen.“

Für die A-Länder betont die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Manja Schüle, die den Koordinator vertritt: „Ärztemangel, demografischer Wandel, dünn besiedelte ländliche Räume - eine verlässliche Gesundheitsversorgung sicherzustellen, ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre. Klar ist: Es wird nicht reichen, das bestehende System nur zu reformieren - wir müssen die Versorgung neu denken. Digitale Lösungen und interprofessionelle Ausbildung können dazu beitragen, dass Menschen überall gut versorgt werden – auch dort, wo Wege weit sind und Fachkräfte fehlen.“

Der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Prof. Dr. Jens Scholz, erklärt: „Die Universitätsklinika bringen ihre Expertise aktiv und verantwortungsbewusst in zentrale Reformvorhaben wie das Gesundheitssicherstellungsgesetz sowie die Krankenhaus- und Notfallreform ein. Nur in enger Abstimmung und in Netzwerken können wir in unserer Koordinierungsrolle gemeinsam mit den anderen Akteuren die notwendigen Entwicklungen voranbringen. Der enge Austausch mit den Ländern ist dabei von großer Bedeutung, um tragfähige und zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln. Diese Prozesse begleiten wir in gemeinsamer Verantwortung und bringen uns konstruktiv ein, um den Beitrag der Hochschulmedizin zu einem leistungsfähigen Gesundheitssystem weiter zu stärken.“

Die Wissenschaftsministerkonferenz spricht sich dafür aus, den Dialog mit dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands fortzusetzen und die aktuellen Entwicklungen weiterhin eng zu begleiten.

 
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