Kultusminister Konferenz

 

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Leipzigs Musikerbe-Stätten mit Europäischem Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet

Im Rahmen eines Festaktes am 26.03.2018 in Plovdiv (Bulgarien) wird die Europäische Union die „Musikerbe-Stätten Leipzigs“ mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel (EKS) auszeichnen. Nachdem im Jahr 2015 die Rathäuser von Münster und Osnabrück als Stätten des Westfälischen Friedens und das Hambacher Schloss als erste deutsche Orte mit dem Siegel ausgezeichnet worden waren, wird es nunmehr zum dritten Mal einer deutschen Stätte verliehen. Auch die französische Nominierung mit deutscher Beteiligung „Ehemaliges Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager“ wird mit dem Siegel geehrt werden.

Einer europäischen Jury lagen in dieser Auswahlrunde insgesamt 25 Anträge aus 19 Mitgliedstaaten vor; neun Anträge davon wurden positiv bewertet. Bei den Musikerbe-Stätten Leipzigs handelt es sich um einen Verbund aus neun Stätten, die durch die „Leipziger Notenspur“ miteinander verknüpft sind. Zusammen stellen sie die einzigartige Tradition der Musikstadt Leipzig und in ihrem Zusammenschluss gleichfalls das Musikerbe der Stadt dar. Der Verbund besteht aus der Thomas- und der Nikolaikirche, der Alten Nikolaischule, dem Bach-Archiv, dem Mendelssohn-Haus, der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, dem Schumann-Haus, dem Musikverlagsgebäude C. F. Peters mit der Grieg-Begegnungsstätte und schließlich dem Leipziger Gewandhaus.

Auch das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager erhalten das Europäische Kulturerbe-Siegel. Der Komplex Natzweiler mit dem ehemaligen Hauptlager Natzweiler-Struthof im Elsass und seinen über 60 Außenlagern rechts und links des Rheins war insbesondere wegen der Zwangsarbeit in den Steinbrüchen und für die dort durchgeführten medizinischen Versuche berüchtigt und gefürchtet und steht für eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Europas. Im Zweiten Weltkrieg waren dort rund 52.000 Menschen aus über 30 europäischen Staaten inhaftiert. Die Gedenkstätten auf dem heutigen deutschen und französischen Staatsgebiet erinnern an die dorthin Verschleppten und Ermordeten. Mit der Siegelverleihung wird insbesondere auch die grenzüberschreitende deutsch-französische Vermittlungs- und Zusammenarbeit ausgezeichnet.

„Die Kultusministerkonferenz hat in ihrer Sitzung im Dezember 2017 das Europäische Kulturerbe-Siegel als Instrument gewürdigt, welches gerade in Zeiten wieder aufkeimender nationaler Abgrenzungspolitiken sehr geeignet ist, einen Beitrag zu friedlichem menschlichen Miteinander in einem gemeinsamen kulturellen Raum zu leisten“, so der Präsident der Kultusministerkonferenz und Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter: „Zusammenfassend hat die Kultusministerkonferenz das Siegel als vorbildliche Maßnahme zur Förderung der Erinnerung und des Verständnisses füreinander sowie zur Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls zur Europäischen Union bewertet. Deutschland wird sich daher auch weiter an dieser Maßnahme der EU beteiligen.“

Mit den neun neuen Auszeichnungen tragen nunmehr insgesamt 38 Stätten in der EU das Siegel.

Das Europäische Kulturerbe-Siegel wird nach einem entsprechenden Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates vom November 2011 Stätten verliehen, die die europäische Einigung und die Geschichte der EU symbolisieren und dies durch geeignete Aktivitäten der Öffentlichkeit, insbesondere auch Kindern und Jugendlichen, näher bringen. Die Kultusministerkonferenz hat für die Vorauswahl deutscher Stätten ein nationales Expertengremium eingesetzt, das entsprechende Empfehlungen ausgesprochen hatte.