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Wissenschafts-MK stärkt Resilienz der Wissenschaftsorganisationen

Die 4. Wissenschaftsministerkonferenz hat heute in Berlin einen Beschluss zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit deutscher Wissenschaftsorganisationen gefasst. Hintergrund sind zunehmende Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit und eine wachsende Wissenschaftsskepsis in Teilen der Gesellschaft. Ziel ist es, die Integrität und Glaubwürdigkeit der Wissenschaft zu bewahren und das Vertrauen in evidenzbasierte Erkenntnisse dauerhaft zu sichern.

Bettina Martin, Präsidentin der Wissenschaftsministerkonferenz und Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Wissenschaft wird zunehmend zum Gegenstand politischer Konflikte. Die Wissenschaftsfreiheit gerät unter Druck – und das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Wir müssen sicherstellen, dass die Strukturen der Wissenschaftsorganisationen resilient aufgestellt sind. Die Wissenschaftsministerkonferenz wird sich deshalb zeitnah und intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und die Sichtbarkeit von Wissenschaft verstärken. Wir brauchen kluge Strukturen und einen gemeinsamen politischen Willen, damit Wissenschaft offen bleiben kann und dennoch geschützt ist.“

Falko Mohrs, A-Länderkoordinator und Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur: „Die Ereignisse in den USA zeigen eindrücklich, wie schnell die freiheitlich-demokratische Grundordnung verloren gehen kann, wenn politische Macht falsch genutzt wird. Wissenschaftsfreiheit ist kein Selbstläufer, sondern ein Versprechen, das wir aktiv schützen und Bund und Länder gemeinsam gesellschaftlich verteidigen müssen.“

Markus Blume, B-Länderkoordinator und Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst: „Wissenschaft braucht Freiheit – aber auch Rückgrat. Resilienz bedeutet heute mehr als Stabilität: Sie ist die strategische Stärke, die wir brauchen, wenn Abhängigkeiten wachsen und Systeme wanken. Gerade in Zeiten von Desinformation, Cyberangriffen und geopolitischem Druck müssen wir unsere Wissenschaft schützen – durch klare Werte, starke Netzwerke und eigene Innovationskraft. Forschung darf nicht erpressbar sein – weder durch politische Einflussnahme noch durch digitale Angriffe. Nur wer unabhängig forscht, bleibt souverän.“

Die Ministerinnen und Minister der Länder sehen dringenden Handlungsbedarf und wollen gemeinsam mit Wissenschaftsorganisationen und weiteren Akteuren Strategien entwickeln, um die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu garantieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern. Die WMK begrüßt zudem die Einrichtung einer Arbeitsgruppe bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und setzt auf eine transparente, zeitgemäße Wissenschaftskommunikation als Schlüssel für den Dialog mit der Gesellschaft.

Die WMK knüpft mit diesem Beschluss an frühere Initiativen zur Forschungssicherheit und Resilienz an. Bereits im Juli 2025 hatte sie Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit im Wissenschaftssystem beschlossen, darunter die Einrichtung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit. Der aktuelle Beschluss erweitert diesen Ansatz um die Vertrauensbildung in wissenschaftliche Erkenntnisprozesse und die Stärkung der Wissenschaftskommunikation.

Zum Download: Resilienz im Wissenschaftssystem (Beschluss der Wissenschaftsministerkonferenz vom 15.10.2025 für die Kultusministerkonferenz)


Rückfragen
Michael Reichmann
Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)
Pressesprecher
Taubenstraße 10
10117 Berlin
Tel.: +49 30 25418-462
michael.reichmann@kmk.org
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