Kultusminister Konferenz

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße zurücksetzen

schließen
 

Ministerin Dr. Stefanie Hubig im Gespräch

Brexit – Erstarken des Rechtspopulismus – Vertrauensverlust in die Europäischen Institutionen. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen die Europäische Union in einer Krise. Sie haben mit dem Motto „Europa (er-)leben und gestalten“ für Ihr Präsidentschaftsjahr 2020 dazu einen deutlichen bildungspolitischen Kontrapunkt gesetzt.

Das Motto meiner Präsidentschaft habe ich ganz bewusst gewählt. Denn es stellt den Wert Europas für Frieden, Freiheit und Wohlstand in den Mittelpunkt. Ein freies, friedliches Europa ohne Grenzen ist keine Selbstverständlichkeit – das ist vielen Menschen heute nicht mehr bewusst. Im Gegenteil, Europa wird dieser Tage in Frage gestellt, es wird angezweifelt, angegriffen. Während meiner Präsidentschaft und auch darüber hinaus möchte ich unsere Schülerinnen und Schüler wieder stärker für Europa, für seine Werte und das demokratische Miteinander begeistern und ihnen die große Bedeutung für uns alle näher bringen. Sie sollen Europa erleben, leben und gestalten und so ihren ganz eigenen Zugang zur europäischen Idee finden können.

Rheinland-Pfalz übernimmt nach 16 Jahren wieder die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz. Was sind nach Ihrer Einschätzung die aktuellen Aufgaben, denen sich die Kultusministerkonferenz vorrangig widmen muss?

Die 16 Bundesländer stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. Gerade erst hat die PISA-Studie gezeigt, dass die soziale Herkunft noch immer stark über den Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler entscheidet. Das können wir so nicht hinnehmen. Insgesamt müssen wir in Deutschland dafür sorgen, dass mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen wird. Wir müssen sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler sicher lesen, schreiben und rechnen können. Der KMK als gemeinsames Gremium kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu: Bei aller Wahrung der Bildungshoheit der Länder müssen wir gemeinsam daran arbeiten, die Aufgaben, die sich der Bildungspolitik in ganz Deutschland stellen, zu lösen.
 
Worin liegen die Vorteile des Bildungsföderalismus und wo sehen Sie Nachsteuerungsbedarf.
 
Ich habe es eben bereits angedeutet: Es gibt Themen und Aufgaben, die sind überall in Deutschland vergleichbar. Dazu gehören unter anderem das Thema Bildungsgerechtigkeit, die Digitalisierung sowie die Frage nach dem Ganztagsangebot an Grundschulen. Und genau in diesen Angelegenheiten müssen wir meinem Verständnis nach als Länder gemeinsame Lösungen finden.   

Gleichzeitig ist es natürlich von Vorteil, wenn Länder ihre eigenen Schwerpunkte setzen können. In Rheinland-Pfalz, das eine große Nähe zu Frankreich besitzt, spielt Französisch als Fremdsprache eine große Rolle. Die Bundesländer, die an Polen grenzen, setzen mit Polnisch als Fremdsprache einen anderen Schwerpunkt. Das halte ich für selbstverständlich.  

Mit welchem Blick sehen Sie auf Ihre Präsidentschaft 2020?

Ich freue mich sehr auf meine Aufgaben als KMK-Vorsitzende. Ich glaube, wir sind mit der KMK auf einem guten Weg. Und diesen guten Weg werden wir weiter beschreiten. Davon bin ich überzeugt.