Kultureinrichtungen aller Sparten in Deutschland erhalten eine weiter verbesserte Grundlage für ihre ökologische Nachhaltigkeitsarbeit: Mit der Version 1.1 des CO₂-Kulturstandards wird der 2023 eingeführte bundesweit einheitliche Bilanzierungsrahmen gezielt weiterentwickelt. Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände empfehlen die Anwendung des aktualisierten Standards im Kulturbereich.
Der Standard wurde eingeführt, um Kultureinrichtungen erstmals eine bundesweit vergleichbare und zugleich praxistaugliche Grundlage für die Erfassung ihrer Treibhausgasemissionen zu bieten. Eine bundesweite Befragung von Kultureinrichtungen hat gezeigt, dass der CO₂-Kulturstandard in der Praxis auf eine hohe Zustimmung stößt: Eine große Mehrheit bewertet sowohl die Bilanzierungsmethodik als auch die Stufensystematik und die Benutzerfreundlichkeit positiv. Auf Grundlage der Befragung wurde unter Einbindung der Kulturdachverbände und Expertinnen und Experten für Treibhausgasbilanzierung der Standard gezielt weiterentwickelt.
Die Version 1.1 erhöht vor allem die Detailtiefe der Datenerfassung, unter anderem in den Bereichen Mobilität, Stromverbrauch und relevante Stoffströme, ohne die bestehende Struktur zu verändern. Die bewährte Gliederung in KlimaBilanzKultur (KBK), KlimaBilanzKultur+ (KBK+) und Beyond Carbon bleibt erhalten. Damit wird die Vergleichbarkeit der Bilanzen gesichert und zugleich eine genauere Analyse zentraler Emissionsquellen ermöglicht. Der weiterentwickelte Standard ist konform zum Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard und orientiert sich damit am weltweit anerkannten Rahmen für die Treibhausgasbilanzierung von Organisationen.
Der CO₂-Kulturrechner setzt den Standard in ein kostenfreies, niedrigschwelliges Instrument um. Er befähigt Kultureinrichtungen, eine Treibhausgasbilanz zu erstellen, ohne zuvor grundlegende methodische Fragen klären oder eigene Emissionsfaktoren recherchieren zu müssen. Ab 2026 werden im Rechner jährlich – soweit verfügbar – Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes verwendet, wodurch eine hohe bundesweite Konsistenz und Vergleichbarkeit weiter gestärkt wird. Die erhobenen Daten verbleiben bei den nutzenden Einrichtungen.
Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, deren Haus die Weiterentwicklung des CO₂-Kulturstandards federführend koordiniert, erklärt: „Wer Klimaschutz wirksam voranbringen will, muss zuerst wissen, wo Emissionen entstehen. Genau hier setzt der CO2-Kulturrechner an: Er unterstützt Kultureinrichtungen bundesweit dabei, ihren CO2-Ausstoß systematisch zu erfassen und zu analysieren. Das ist die Grundlage, um Emissionen zu senken! Den Standard und den Rechner haben wir gemeinsam mit vielen Beteiligten weiterentwickelt. Damit stärken wir die Rolle der Kultur im Klimaschutz.“
Die Weiterentwicklung des Standards unterstreicht den gemeinsamen Anspruch von Bund, Ländern und Kommunen, ökologische Nachhaltigkeit dauerhaft im Kulturbereich zu verankern.
Hintergrund
Der CO₂-Kulturstandard ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen und wurde im Oktober 2023 im Rahmen des 19. Kulturpolitischen Spitzengesprächs eingeführt, um Kultureinrichtungen aller Sparten eine fachlich fundierte und bundesweit einheitliche Grundlage für die CO₂-Bilanzierung zu bieten. Der begleitende CO₂-Kulturrechner ermöglicht zusammen mit der Anleitung eine kostenfreie, niedrigschwellige Anwendung des Standards in der Praxis.
Zusätzlich wurden von Baden-Württemberg weitere Analyse- und Hilfstools wie der Zeitreihenvergleich und der sogenannte DistanzChecker entwickelt, der zum großflächigen Erfassen von Entfernungen dient. Der Standard hilft zudem dabei, bundesgesetzliche Vorgaben, die beispielsweise im Energieeffizienzgesetz verankert sind, umzusetzen.
Die Version 1.1 baut auf den bisherigen Anwendungserfahrungen auf und entwickelt den Standard gezielt weiter. Ziel ist es, die Bilanzierung weiter zu präzisieren und gleichzeitig die bewährte Praktikabilität und Vergleichbarkeit zu erhalten.
Der CO₂-Kulturstandard Version 1.1 sowie der kostenfreie CO₂-Kulturrechner mit Anleitung sind abrufbar unter: https://www.kmk.org/kulturministerkonferenz/kulturthemen/environmental-sustainability-in-the-cultural-sector.html
Rückfragen
Michael Reichmann
Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)
Pressesprecher
Taubenstraße 10
10117 Berlin
Tel.: +49 30 25418-462
michael.reichmann@kmk.org
www.kmk.org