Das länderübergreifende Vorhaben strebt Weiterentwicklungen an, die das Lernmanagementsystem itslearning gezielt für den Einsatz in den teilnehmenden Ländern (Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein) verbessert sowie länderübergreifende Arbeit ermöglicht. Es handelt sich daher um eine Investition in digitale Bildungsinfrastrukturen. Die angestrebten Weiterentwicklungen basieren auf durch den Einsatz von itslearning als Landeslösung in den beteiligten Ländern ermittelten Anforderungen im deutschen Raum. Diese spezifischen Anforderungen sind mittelfristig nicht als Produktweiterentwicklungen vorgesehen.
Das Vorhaben sieht die Verbesserung von itslearning in sechs Teilprojekten vor:
1. Optimieren des Systems in Bezug auf Barrierefreiheit
Ziel ist die Verbesserung der Nutzererfahrung für Schüler:innen und Lehrkräfte mit dem Schwerpunkt auf barrierefreier Nutzung. Inkludiert sind Verbesserungen sowohl für die Web- als auch die Tablet-Nutzung. Entwicklungen in Bezug auf die Barrierefreiheit haben das Ziel, vom Status WCAG 2.1 AA mit Ausnahmen auf WCAG 2.1 AA überzugehen sowie Konformität mit EN 301 549 zu erreichen.
2. Anpassen von itslearning für die Nutzung durch Grundschüler:innen
Durch das Optimieren und Vereinfachen der itslearning-Anwendungsoberfläche soll diese für jüngere Schüler:innen zugänglicher gemacht werden. Dazu gehört u.a. die Reduzierung der Komplexität der Anwendungsoberfläche, um die kognitive Belastung zu verringern und die Vereinfachung der Navigation sowie die Verbesserung des Content-Editor-Tools, um es Lehrkräften zu erleichtern, für Grundschüler:innen geeignete Inhalte mit mehr Abbildungen, mehr Videos und einfacheren Layouts hinzuzufügen.
3. Tablet-App und Verbesserung der mobilen Nutzung
Ziel ist die Entwicklung einer tabletspezifischen und barrierefreien itslearning-App für Grund- und Sekundarschüler:innen unter Berücksichtigung spezifischer Anforderungen der Länder.
4. Verbessern der Funktion des Kurskatalogs
Der Kurskatalog soll hinsichtlich Sichtbarkeit, Anmeldeverfahren und der Verbesserung des siteübergreifenden Arbeitens verbessert werden. Dadurch wird eine Funktion auf Landes- und Schulträgerebene implementiert, Kurse datenschutzkonform in Kurskatalogen zu veröffentlichen und zu teilen, um das Einschreiben von Lehrkräften und Schüler:innen über Schulen und Länder hinweg zu erleichtern.
5. Automatische Migration von Moodle
Durch einen Austausch von Kursen zwischen den im deutschen Raum am verbreitetsten Lernmanagementsystemen itslearning und Moodle wird eine Kooperation zwischen fast allen Bundesländern im Bereich der Lernmanagementsysteme ermöglicht.
6. Zukunftssicheres Lernen mit einem schüler:innenzentrierten Datenmodell
Es wird ein zentraler personengebundener Speicherort für Material und Daten von Schüler:innen eingeführt, der anfallende Schüler:innen-Daten unabhängig von itslearning-Kursen und Lehrkräften organisiert. Zielsetzung ist es, Schüler:innen den Zugriff auf ihre im Bildungswesen erzielten Ergebnisse und Materialien zu ermöglichen und zu erhalten, die beim Wechsel oder Verlassen einer itslearning-Instanz weiterhin zur Verfügung stehen.
Es handelt sich bei itslearning um ein kommerzielles Produkt. In einer ersten Projektphase soll daher in einer juristischen Machbarkeitsstudie ermittelt werden, ob eine Direktvergabe an itslearning als Entwickler nach geltendem Vergaberecht möglich ist. Bei einem positiven Ergebnis werden die oben beschriebenen Teilprojekte umgesetzt.
Die Länder Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beteiligen sich an dem länderübergreifenden Vorhaben.
Die Federführung für das Projekt liegt bei Bremen.