Autochthone Minderheiten und Sprechergruppe Niederdeutsch

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Was sind autochthone Minderheiten?

Autochthone Minderheiten sind Bevölkerungsgruppen, die seit vielen Generationen in einem bestimmten Gebiet leben und sich durch eine eigene Sprache, Kultur und Identität auszeichnen.

Autochthone Minderheiten und Volksgruppen in Deutschland

In Deutschland gibt es vier autochthone nationale Minderheiten und Volksgruppen: Die dänische Minderheit, die Lausitzer Sorben, die friesische Volksgruppe und die deutschen Sinti und Roma. Zusammen mit der Sprechergruppe Niederdeutsch sind sie nicht nur ein Teil der deutschen Geschichte, sondern auch eine Bereicherung für die kulturelle Vielfalt und das gesellschaftliche Leben in Deutschland. 

Thema im Schulunterricht


Die Sprachen und Traditionen der autochthonen Minderheiten und der niederdeutschen Sprechergruppe sind wichtige Elemente des kulturellen Erbes unseres Landes und wert, in der schulischen Bildung verankert zu werden. Zur Unterstützung dieses Vorhabens hat die Bildungsministerkonferenz in Zusammenarbeit mit dem Bundesrat für Niederdeutsch sowie dem Minderheitenrat die Empfehlung Wissensvermittlung über die vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands und die Sprechergruppe Niederdeutsch verabschiedet.

„Die Bewahrung und Vermittlung der Sprachen und Kulturen unserer autochthonen Minderheiten und der niederdeutschen Sprechergruppe ist eine Aufgabe, der sich die Bildungsministerkonferenz verpflichtet sieht. Schulen spielen eine wichtige Rolle dabei, Schülerinnen und Schüler für die Vielfalt unserer Gesellschaft zu sensibilisieren und ein demokratisches Miteinander zu fördern“, so die Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2024, Ministerin Christine Streichert-Clivot. 

Fachtagung zur Umsetzung der Empfehlung


Im Rahmen der Umsetzung der Empfehlung haben die Bildungsministerkonferenz, der Bundesrat für Niederdeutsch und der Minderheitenrat am 24.09.2025 eine gemeinsame Fachtagung veranstaltet. Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungspolitik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten dort, wie Wissen über die vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen sowie die Sprechergruppe Niederdeutsch künftig noch stärker in Schule und Unterricht verankert werden kann. 

In Workshops und Projektvorstellungen wurden praxisnahe Ansätze und Materialien präsentiert, die bereits heute zur Vermittlung kultureller Vielfalt beitragen und Impulse für die weitere Umsetzung der KMK-Empfehlung geben. Dazu gehören zum Beispiel der „Minderheitenkoffer“ des European Centre for Minority Issues, das Escape-Room-Format „Minderheitenlabyrinth“ des Minderheiten-Kompetenz-Netzwerks oder die Wanderausstellung „Was heißt hier Minderheit?“. Neben OER-basierten Lehrmaterialien zur Vermittlung von Niederdeutsch wurden auch Lehr- und Lernmaterialien zu den Lausitzer Sorben, das Programm „Bildungsbotschafter:innen gegen Antiziganismus“ und die Schülerbotschafterinnen und -botschafter der deutschen und dänischen Minderheiten in Schleswig-Holstein vorgestellt.

Mit der Fachtagung wurde ein weiterer wichtiger Schritt unternommen, die kulturelle Vielfalt Deutschlands sichtbar zu machen und die Wertschätzung für die autochthonen nationalen Minderheiten und die Sprechergruppe Niederdeutsch dauerhaft in der Bildungsarbeit zu verankern.