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Gymnasiale Oberstufe

Zur Grundstruktur der gymnasialen Oberstufe gehören:

  • eine Einführungsphase (ein Jahr) und eine Qualifikationsphase (zwei Jahre)
  • die Zuordnung der Fächer zu drei Aufgabenfeldern
  • die Unterscheidung der Fächer nach Pflicht- und Wahlfächern
  • die Möglichkeit einer individuellen Schwerpunktsetzung,
  • die Erteilung des Unterrichts auf unterschiedlichen Anspruchsebenen
  • das Creditsystem zur Ermittlung der Gesamtqualifikation. 

Die nähere Ausgestaltung obliegt den Ländern.

Zugangsvoraussetzung ist der Mittlere Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Die gymnasiale Oberstufe schließt mit der Abiturprüfung ab. Mit dem Abiturzeugnis erhält die Schülerin/der Schüler die Bescheinigung der Allgemeinen Hochschulreife.

Zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife über berufliche Bildungswege hier.

Abiturprüfung

Für die Zulassung zur Abiturprüfung sind bestimmte Leistungsanforderungen in der Qualifikationsphase zu erfüllen. Die Abiturprüfung umfasst vier oder fünf Prüfungsfächer, unter denen sich mindestens zwei Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau und zwei der drei Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik befinden müssen. Außerdem müssen alle drei Aufgabenfelder in der Prüfung vertreten sein. Die Länder können vorsehen, dass eine besondere Lernleistung, (z.B. eine Jahres- oder Projektarbeit im Umfang von mindestens zwei Schulhalbjahren inklusive Kolloquium) als fünftes Prüfungselement in die Abiturprüfung eingebracht wird.

In die Gesamtqualifikation und die Abiturdurchschnittsnote gehen neben den Prüfungsleistungen auch die Leistungen aus der Qualifikationsphase ein. Die Allgemeine Hochschulreife wird zuerkannt, wenn in der Gesamtqualifikation mindestens ausreichende Leistungen (Durchschnittsnote 4) erreicht wurden.

In nahezu allen Ländern werden mittlerweile die Aufgaben der schriftlichen Abiturprüfung zentral gestellt (Übersicht siehe hier).

Fachliche Anforderungen

Für über 40 Abiturprüfungsfächer aus dem allgemeinbildenden und beruflichen Bereich hat die Kultusministerkonferenz "Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung" (EPA) erarbeitet (Übersicht siehe hier). Diese bilden die Grundlage für die jeweiligen fachlichen Anforderungen, enthalten darüber hinaus aber auch Hinweise für die Erstellung von Prüfungsaufgaben und deren Bewertung sowie konkrete Aufgabenbeispiele.

In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch/Französisch als fortgeführte Fremdsprache sowie in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik wurden die EPA zu Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife weiterentwickelt. 

Das IQB hat auf Grundlage der Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife eine Sammlung von Abiturprüfungsaufgaben veröffentlicht. Diese beispielhaften Prüfungsaufgaben dienen der Orientierung und Implementation.

Gemeinsamer Abituraufgabenpool der Länder

Ein wesentlicher Bestandteil der Implementation der Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife ist die Entwicklung eines gemeinsamen Pools von standardbasierten Abiturprüfungsaufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik und in der fortgeführten Fremdsprache (Englisch/Französisch), den die Kultusministerkonferenz bereits im März 2012 beschlossen hat. Ziel ist die Sicherung der Vergleichbarkeit von Anforderungen und hoher Qualitätsstandards im Abitur. Der Aufgabenpool stand den Ländern erstmals für die Abiturprüfung 2017 zur Verfügung. Antworten auf die wesentlichen Fragen in diesem Zusammenhang geben siebzehn FAQs zum gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder. Ergänzend wird auf Hintergrundinformationen unter der Rubrik "Qualitätssicherung" sowie auf die entsprechende Seite des IQB verwiesen.

Digitale Hilfsmittel für die Abiturprüfung - Zentrales Prüfverfahren der Länder

Mit den "Hinweisen zur Verwendung von Hilfsmitteln", die auf den Internetseiten des IQB zum Download bereitstehen, haben sich die Länder auf gemeinsame Regelungen zur Funktionalität digitaler Hilfsmittel geeinigt. Diese Regelungen betreffen modulare Mathematiksysteme (MMS) und einfache wissenschaftliche Taschenrechner (WTR). Bezogen auf die ab dem Abitur 2030 geltenden Hinweise prüfen die Länder auf Antrag der Hersteller digitaler Hilfsmittel, ob ein MMS oder WTR den gemeinsamen Regelungen der Länder gerecht wird; die Prüfung erfolgt zentral über das Sekretariat der Kultusministerkonferenz. Sobald ein Hilfsmittel diese Prüfung bestanden hat und im Handel verfügbar ist, wird seine Bezeichnung an dieser Stelle veröffentlicht. Für die im Folgenden genannten Hilfsmittel sind die beiden Bedingungen erfüllt:

WTR
- CALCOOM IQ-Z8 (Böttcher Datentechnik)
- CALCOOM IQ-Z8Plus (Böttcher Datentechnik)
- fx-810DE CW (Casio)
- EL-W550TG (Sharp)
- TI-30X Prio MathPrintTM (Texas Instruments)

MMS
bisher keine

Zur Information der Lehrkräfte wurden Antworten auf Fragen zu den ländergemeinsamen Richtlinien für digitale Hilfsmittel im Hinblick auf die Abiturprüfung ab dem Prüfungsjahr 2030 zusammengestellt.

Formelsammlung

Als Hilfsmittel für die Bearbeitung der Aufgaben der Pools für die Fächer Mathematik, Chemie und Physik ist – neben dem jeweiligen digitalen Hilfsmittel – eine mathematisch-naturwissenschaftliche Formelsammlung vorgesehen, die nur die im vorliegenden Dokument enthaltenen Inhalte hat. Die Möglichkeit der Verwendung anderer Formeldokumente im Unterricht wird durch diese Formel-sammlung nicht berührt. Für den Druck der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Formelsammlung wurden Nutzungsrechte vergeben. Alle im Handel erhältlichen Ausgaben sind in einer Liste zusammengestellt.

Dauer der Schulzeit bis zum Abitur

Die Dauer der Schulzeit bis zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife beträgt 12 oder 13 Schuljahre. Dabei ist ein Gesamtstundenvolumen von mindestens 265 Jahreswochenstunden ab der Jahrgangsstufe 5 bis zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife nachzuweisen, auf das bis zu fünf Stunden Wahlunterricht angerechnet werden kann.