Erinnerungskultur ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, der dazu beiträgt, das kollektive Gedächtnis zu bewahren und die Gesellschaft zu reflektieren. Durch die Integration von Erinnerungskultur in Bildung – insbesondere den Geschichtsunterricht und die Demokratiebildung kann das Bewusstsein für die Bedeutung der Vergangenheit gestärkt und ein Beitrag zur Gestaltung einer reflektierten und verantwortungsbewussten Zukunft geleistet werden.
Erinnerungskultur als Unterrichtsthema
Erklärung zwischen Yad Vashem und der Kultusministerkonferenz
Im Oktober 2013 unterzeichneten der damalige Präsident der Kultusministerkonferenz Dorgerloh und der Bildungsminister des Staates Israel Piron eine Erklärung zur Zusammenarbeit mit Yad Vashem, der bedeutendsten Gedenk- und Dokumentationsstätte zur Erinnerung an die Opfer der Shoa (Pressemitteilung hier).
Beide Parteien erklären darin ihre Absicht,
- "die Übermittlung und den Austausch von Informationen und Gedanken zwischen Yad Vashem und deutschen pädagogischen Einrichtungen, Hochschulen, Holocaust-Gedenkstätten, Museen und Organisationen in allen sechzehn Ländern in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern;
- die professionelle Entwicklung von Programminhalten für deutsche Pädagogen, insbesondere aus denjenigen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland, die noch keine professionelle Arbeitsbeziehung mit Yad Vashem pflegen, zu fördern;
- die Möglichkeiten der koordinierten Ausrichtung einer Konferenz über Lehrmethoden in Bezug auf den Holocaust und jüdisches Vorkriegsleben zu prüfen;
- den Unterricht zum Thema Holocaust in den Lehrplänen aller sechzehn Länder in der Bundesrepublik Deutschland weiter zu verankern".
Vollständiger Text der Absichtserklärung hier.
International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)
Deutschland gehört seit ihrer Gründung im Jahr 1998 der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), ehemals Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research, als an. Alle Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, eine knappe Übersicht über den erreichten Stand der Entwicklung des Umgangs mit dem Holocaust in den Bereichen Forschung, Gedenken und Bildung vorzulegen. Die deutsche Delegation bei der IHRA gehörte zu den ersten, die aufgefordert worden sind, dieser Berichtspflicht nachzukommen. Den finden Sie hier.
Aufbauend auf früheren Leitlinien für Lehrende und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, hat die IHRA 2019 Empfehlungen für das Lehren und Lernen über den Holocaust herausgegeben.
Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:
Dokumente und Links
- Beschluss der KMK vom 11.12.2014
Erinnern für die Zukunft - Empfehlungen zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule - Resolution adopted by the KMK on 11 December 2014
Remembering our past for our future - Recommendations for a culture of remembrance to form an object of historical and political education in schools
- www.kmk-zentralratderjuden.de:
Gemeinsames Portal von Kultusministerkonferenz (KMK) und Zentralrat der Juden in Deutschland zur Vermittlung jüdischen Lebens und zur Prävention von Antisemitismus in Schulen.