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Der Themenbereich Nationalsozialismus und Holocaust ist in allen 16 Ländern in dem Fach Geschichte bzw. – je nach Länderregelung – in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern mit einem hohen Anteil an Geschichte fest verankert.

Thema in der Sekundarstufe I

Der Themenbereich Nationalsozialismus und Holocaust und ist verpflichtender Unterrichtsgegenstand in den Jahrgangsstufen 9 oder 10, vereinzelt auch in Jahrgangsstufe 8. In der Regel verlässt demnach keine Schülerin bzw. kein Schüler die Schule, ohne etwas über dieses Kapitel deutscher Geschichte erfahren zu haben. Hinzu kommt, dass das Thema auch in anderen Unterrichtsfächern des Sekundarbereichs I, insbesondere in Deutsch und Religion/Ethik mit einer fachspezifischen Schwerpunktsetzung besprochen wird.

Eine umfassende Übersicht über die Verankerung der Thematik in den Lehrplänen der Länder und über Maßnahmen der Lehrerfortbildung (Stand: 2005) finden Sie hier.

Thema in der Sekundarstufe II

Im Sekundarbereich II sind Nationalsozialismus und Holocaust verpflichtender Unterrichtsgegenstand, aber vertiefender als in der Sekundarstufe I.

Gemeinsame Absichtserklärung zwischen Yad Vashem und der Kultusministerkonferenz

Seit Oktober 2013 besteht zwischen Kultusministerkonferenz und dem Bildungsministerium des Staates Israel eine Übereinkunft zur Zusammenarbeit mit Yad Vashem, der bedeutendsten Gedenk- und Dokumentationsstätte zur Erinnerung an die Opfer der Shoa (Pressemitteilung).

Beide Parteien erklären darin ihre Absicht,

  • "die Übermittlung und den Austausch von Informationen und Gedanken zwischen Yad Vashem und deutschen pädagogischen Einrichtungen, Hochschulen, Holocaust-Gedenkstätten, Museen und Organisationen in allen sechzehn Ländern in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern;
  • die professionelle Entwicklung von Programminhalten für deutsche Pädagogen, insbesondere aus denjenigen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland, die noch keine professionelle Arbeitsbeziehung mit Yad Vashem pflegen, zu fördern;
  • die Möglichkeiten der koordinierten Ausrichtung einer Konferenz über Lehrmethoden in Bezug auf den Holocaust und jüdisches Vorkriegsleben zu prüfen;
  • den Unterricht zum Thema Holocaust in den Lehrplänen aller sechzehn Länder in der Bundesrepublik Deutschland weiter zu verankern".

Vollständiger Text der Absichtserklärung hier.

International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)

Deutschland gehört seit ihrer Gründung im Jahr 1998 der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), ehemals Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research, als Mitglied an. Alle Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, eine knappe Übersicht über den in ihnen erreichten Stand der Entwicklung des Umgangs mit dem Holocaust in den Bereichen Forschung, Gedenken und Bildung vorzulegen. Die deutsche Delegation bei der IHRA gehörte zu den ersten, die aufgefordert worden sind, dieser Berichtspflicht nachzukommen. Den aktuellen Bericht aus dem Jahr 2012 finden Sie hier.

Aufbauend auf früheren Leitlinien für Lehrende und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, hat die IHRA 2019 Empfehlungen für das Lehren und Lernen über den Holocaust herausgegeben.