Kultusminister Konferenz

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Strategie „Bildung in der digitalen Welt“

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat die Herausforderungen des digitalen Wandels in der Bildung und der damit einhergehenden Transformation angenommen und im Dezember 2016 mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ ein Handlungskonzept für die zukünftige Entwicklung der Bildung in Deutschland vorgelegt. Am 07.12.2017 wurde die Strategie um das Kapitel Weiterbildung ergänzt. Den Bericht 2020 zur Umsetzung der Strategie (Kurzfassung) finden Sie hier.

Summary

Den digitalen Wandel der Gesellschaft in die Lehr- und Lernprozesse im Bildungssystem zu integrieren, ist ein äußerst komplexer Prozess. In mehreren Handlungsfeldern müssen gleichzeitig Maßnahmen geplant, aufeinander abgestimmt und umgesetzt werden. Die in der Strategie beschriebenen Handlungsfelder sind:

Bildungspläne und Unterrichtsentwicklung, curriculare Entwicklungen
Aus-, Fort- und Weiterbildung von Erziehenden und Lehrenden
Infrastruktur und Ausstattung
Bildungsmedien
E-Government und Schulverwaltungsprogramme, Bildungs- und Campusmanagementsysteme
Rechtliche und funktionale Rahmenbedingungen

 

Da sich die Entwicklungen an allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen, Hochschulen und Einrichtungen der Weiterbildung hinsichtlich der Akteure, der Bildungsaufträge und der Rechtsgrundlagen deutlich unterscheiden, gliedert sich die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ in drei Hauptkapitel:

Schulen und Berufliche Bildung

Schulen und Berufliche Bildung

Allgemeinbildende Schulen

Für den Bereich der allgemeinbildenden Schulen werden zwei zentrale Ziele benannt:

  • Curriculare Einbindung von „Kompetenzen für die digitale Welt“, die in einem verbindlichem Kompetenzrahmen beschrieben werden, welcher nicht in einem eigenen Fach, sondern fachspezifisch in allen Fächern umgesetzt werden soll;
  • Digital gestützte Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen. Hierbei geht es um die pädagogisch fundierte Einbeziehung der Potenziale digitaler Medien und Bearbeitungsmöglichkeiten.

Berufliche Bildung

Insbesondere die berufliche Bildung ist in hohem Maß von der Digitalisierung und deren Rückwirkung auf Arbeits-, Produktions- und Geschäftsabläufe betroffen. Unterrichtsziel ist vermehrt der Erwerb der Kompetenz zur Nutzung digitaler Arbeitsmittel und -techniken. Dieses bedingt aber auch neben dem Verständnis für digitale Prozesse die mittelbaren Auswirkungen der weiter voranschreitenden Digitalisierung, z. B. in Bezug auf arbeitsorganisatorische und kommunikative Aspekte bei teilweise global vernetzten Produktions-, Liefer- und Dienstleistungsketten, mit in den Blick zu nehmen.

Die aktuelle Beschlusslage für den Bereich der Beruflichen Bildung finden Sie hier.

Lehrerbildung

Mit Blick auf die Erfordernisse der Digitalisierung hat die KMK Beschlüsse zur Lehrerbildung überarbeitet. Die aktuellen Fassungen der „Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften" und der „Ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung“ sowie weitere Informationen zum Thema Lehrerbildung in den Ländern finden Sie hier.

Die aktuelle Beschlusslage für den Bereich der Lehrerbildung finden Sie hier.

Hochschulen

Den Hochschulen kommt eine doppelte Funktion zu. Einerseits sind sie die Orte, in denen die technologischen Innovationen erforscht und entwickelt werden, die den digitalen Wandel umsetzen. Andererseits wird dieses Wissen um digitale Prozesse und deren Konsequenzen an Hochschulen auch vermittelt. Darüber hinaus bieten sich den Hochschulen als Lehrbetrieb durch die Digitalisierung neue und innovative Formen der Wissensvermittlung an, die sich längst nicht nur auf die Digitalisierung als Forschungsgegenstand beziehen. Vor diesem Hintergrund sind die Hochschulen Orte zur Entwicklung, Erprobung und Anwendung von Formen und Methoden der digitalen Lehre sowie zur Erforschung der individuellen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung.

In der Strategie werden für die Hochschulen u.a. folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Ausbau der Unterstützungsstrukturen;
  • Umgang mit digitalen Medien als selbstverständlicher Teil der wissenschaftlichen Karriere bis zur Professur;
  • Schaffung von Campus-Connect-Lösungen durch die Entwicklung von Standards und Förderung der wissenschaftlichen Implementierung;
  • Schaffung von Anreizsystemen.

Zur Umsetzung der Strategie hat die Kultusministerkonferenz die „Empfehlungen zur Digitalisierung in der Hochschullehre“ verabschiedet. Die Länder werden sich dafür einsetzen, die Empfehlungen gemeinsam mit den relevanten Akteuren im Hochschulbereich umzusetzen.

Die aktuelle Beschlusslage des Hochschulbereichs finden Sie hier.

Weiterbildung

Am 07.12.2017 wurde die Strategie um das Kapitel Weiterbildung ergänzt.

Einrichtungen der Weiterbildung sind integraler Bestandteil des lebenslangen Lernens. Weiterbildungsangebote werden häufig in Anspruch genommen, wenn persönliche oder berufliche Veränderungen anstehen. Digital gestütztes Lernen ermöglicht ortsunabhängige, zeitlich flexible Angebote, die einen hohen Individualisierungsgrad haben.

Im Unterschied zur schulischen und beruflichen Bildung sowie zum Studium weist die Weiterbildung – unabhängig von der Digitalisierung – einige besondere Merkmale auf, die in der Strategie erläutert werden:

  • Diversität der Lernenden
  • Lehrplanfreiheit und niedriger Formalisierungsgrad
  • Geringe staatliche Regulierung
  • Pluralität der Weiterbildung

Gleichwohl gibt es Themen, welche auf die Weiterbildung genauso zutreffen und als Handlungsfelder in der Strategie umfangreich beschrieben sind:

  • Lehr- und Lernprozesse
  • Inhalte und Lernformate (virtuelle Räume, E-Moderationen, interaktive Onlinemethoden)
  • Rolle der Lehrenden (Moderatoren, Lernbegleiter)
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrenden

Die verschiedenen Akteure der Weiterbildung arbeiten intensiv an der digitalen Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen und Angebote.