Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Kultusministerin, erklärt: „Antiziganismus hat in unseren Schulen keinen Platz. Es ist unser gemeinsamer Auftrag, Bildungseinrichtungen als diskriminierungsfreie Räume zu gestalten und allen Kindern gleiche Chancen zu eröffnen. Dafür brauchen wir fundiertes Wissen über die Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma – und Sensibilität im schulischen Alltag. Schule ist dabei ein zentraler Ort, um Haltung zu vermitteln und Respekt zu stärken. Der heutige Fachtag ist ein wichtiger Schritt, um den Austausch zu vertiefen und voneinander zu lernen. Entscheidend ist, dass wir diesen Weg gemeinsam weitergehen – in enger Zusammenarbeit mit den Minderheitenvertretungen.“
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, betont: „Es ist die Aufgabe unserer Bildungseinrichtungen, durch Aufklärung und Wissensvermittlung schon frühzeitig dem jahrhundertealten antiziganistischem Rassismus entgegenzuwirken. Dabei ist es vor allem wichtig, dem tradierten Bild des ‚Fremden‘ die mehr als 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland mit ihren kulturellen Beiträgen entgegenzusetzen. Wissensvermittlung und Information sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Antiziganismus zu bekämpfen und damit sollte bereits in den Schulen begonnen werden.“
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Anlass der Tagung ist die gemeinsame Empfehlung der Kultusministerkonferenz und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zum Umgang mit Antiziganismus in der Schule, die im März 2025 beschlossen wurde. Sie baut auf einer Erklärung aus dem Jahr 2022 auf und bietet konkrete Orientierung für den schulischen Alltag.
Die Empfehlung umfasst unter anderem eine Definition von Antiziganismus, einen Überblick über historische und aktuelle Herausforderungen im Bildungssystem sowie konkrete Ansätze für Prävention und Intervention. Dabei werden Themen wie historisch-politische Bildung, Medienbildung, Sprachsensibilität und professionelles Handeln von Lehrkräften aufgegriffen.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Antiziganismus weiterhin auch im Bildungsbereich verbreitet ist. Dokumentiert werden unter anderem Diskriminierungen und Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern. Die Fachtagung soll daher zur weiteren Sensibilisierung beitragen und den Austausch zwischen den Fachvertretern und Multiplikatoren aus vielen Bundesländern stärken.
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