Ein kleiner Globus wird in einer Hand gehalten zur Themenseite Internationales

Hier gelangen Sie zurück zur entsprechenden Themenseite.

Was ist der DQR?

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) ist ein Instrument zur Einordnung von Qualifikationen des deutschen Bildungssystems. Er soll zum einen die Orientierung im deutschen Bildungssystem erleichtern und zum anderen zur Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa beitragen. Ziel ist es, im DQR alle schulischen, akademischen und beruflichen, aber auch auf anderen Wegen erworbene Qualifikationen abzubilden und so einen Rahmen für das lebenslange Lernen zu entwickeln. Dabei wird den Besonderheiten des deutschen Bildungssystems Rechnung getragen.

Der DQR definiert acht Niveaus, die den acht Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR), der als Übersetzungsinstrument der Verständlichkeit nationaler Qualifikationsrahmen dient, zugeordnet werden können. Als nationale Umsetzung des EQR berücksichtigt der DQR die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems und trägt zur angemessenen Bewertung und zur Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa bei.

8 Niveaus

Der DQR unterscheidet acht Niveaus zur allgemeinen Beschreibung der Kompetenzen, die im deutschen Bildungssystem erworben werden und denen sich die Qualifikationen des deutschen Bildungssystems zuordnen lassen. Jedem Niveau ist ein kurzer Text vorangestellt, der die Anforderungsstruktur des jeweiligen Niveaus beschreibt.  

Eine detaillierte Beschreibung der acht Niveaus des DQR finden Sie In der Datenbank www.dqr.de unter „DQR-Niveaus“.

Zuordnung

Die Zuordnung der Niveaus des DQR zu den Niveaus des EQR erfolgte im Rahmen des sogenannten Referenzierungsprozesses. Der deutsche Referenzierungsbericht wurde der EQF Advisory Group, dem beratenden Gremium auf europäischer Ebene, im Dezember 2012 erfolgreich präsentiert und von dieser gebilligt.

Mit Unterzeichnung des Gemeinsamen Beschlusses zum DQR am 01.05.2013 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) wurde die Grundlage für die Einführung des DQR geschaffen. In der Anlage zum Gemeinsamen Beschluss sind die im Konsens zugeordneten Qualifikationen des formalen Bereichs in einer tabellarischen Übersicht dargestellt. Angefügt ist jeweils eine lernergebnisorientierte Begründung. Meist steht eine Ankerqualifikation für einen Qualifikationstyp. Dann folgt der exemplarischen Begründung eine Liste der Qualifikationen, die diesem Typ entsprechen und in gleicher Weise zugeordnet werden. Die Liste der zugeordneten Qualifikationen wird entsprechend der Weiterentwicklung des DQR kontinuierlich erweitert und jährlich aktualisiert. 

In der Datenbank www.dqr.de können Sie sich unter „Qualifikationssuche“ darüber informieren, welche Qualifikationen dem DQR auf welchem Niveau zugeordnet sind. Qualifikationen, die Sie hier nicht finden, wurden dem DQR bislang nicht zugeordnet und erhalten somit auch keinen entsprechenden Hinweis im Abschlusszeugnis. Dies betrifft derzeit noch die Allgemeinbildung und den nicht-formalen Bereich, also die nicht staatlich geregelte Weiterbildung, aber auch noch Teile der staatlich geregelten Aufstiegsfortbildung. 

Der Vermerk der Zuordnung zum EQR/DQR erfolgt schrittweise seit 2014 verbindlich auf allen neu ausgestellten Qualifikationsbescheinigungen. Das DQR-/EQR-Niveau dualer Berufsausbildungen wird auf den Berufsabschlusszeugnissen ausgewiesen. Im Hochschulbereich wird das EQR-/DQR-Niveau im Diploma Supplement ausgewiesen.  Dabei wird in allen Bildungsbereichen eine einheitliche Formulierung verwendet.  Im Fall der Qualifikationen der Allgemeinbildung erfolgt als alternatives Transparenzinstrument die Ausweisung des DQR-/EQR-Niveaus in der nationalen DQR-Datenbank (www.dqr.de).

Nicht-formales Lernen

Seit 2013 werden Qualifikationen aus dem formalen Bereich dem DQR zugeordnet. 

Von Anfang an sollen hier auch Qualifikationen des nicht-formalen Bildungsbereichs dem DQR einbezogen werden.  Im April 2023 wurde ein Verfahren zur Zuordnung von Qualifikationen des nicht-formalen Bereichs verabschiedet. Dieses sieht eine zweijährige Einführungsphase (2023-2025) vor, in der dem DQR zunächst eine überschaubare Anzahl an Zuordnungsvorschlägen real zugeordnet wird. Im April 2025 wurde erstmalig einem Antrag auf Zuordnung für den nicht-formalen Bildungsbereich zugestimmt.

DQR-Handbuch

Das DQR-Handbuch ist eine Erläuterung für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Es dient zugleich all jenen Stellen als Leitfaden, die für die DQR-Zuordnung von Qualifikationen verantwortlich sind. Das Handbuch beschreibt Kriterien und Verfahren der DQR-kompatiblen Beschreibung von Qualifikationen und soll sicherstellen, dass die Zuordnung neu entwickelter Qualifikationen stets nach den gleichen Kriterien und Verfahren erfolgt. Es fixiert Zuordnungen verbindlich, indem es die Kompetenzen ausweist, die mit einer Qualifikation erworben werden. Auf diese Weise werden Zuordnungen nachvollziehbar. Das Handbuch beschreibt Zuständigkeiten und Informationsquellen. 

Bund-Länder-Koordinierungsstelle Deutscher Qualifikationsrahmen (B-L-KS-DQR)

Die Entwicklungsarbeit am DQR wird zwischen Bund und Ländern koordiniert. Dazu wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, der Beauftragte der Kultusministerkonferenz, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Wirtschaftsministerkonferenz und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie angehören. Bei Bedarf werden Vertreter weiterer Fachministerien hinzugezogen. Der Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (AK DQR) wird als Beratungsgremium beteiligt. Die Koordinierungsstelle DQR handelt als Nationale Koordinierungsstelle. Sie überprüft die Zuordnungen im Hinblick auf die Stimmigkeit des Gesamtgefüges.

Vorsitz Länderseite: Ministerialrat Arno Limmeroth (BW)
Vorsitz Bundesseite: Ministerialdirektor Dr. Stefan Luther (BMBF)
Sekretariat: Dr. Bettina Morhard (RL IV D)

Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)

Alle Entscheidungen zur Entwicklung und Umsetzung des DQR werden im Arbeitskreis beraten und münden hier in gemeinsame Beschlüsse. Er setzt sich aus Akteuren der Allgemeinbildung, der Hochschulbildung und der beruflichen Aus- und Weiterbildung, aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik zusammen. Er berät gegebenenfalls die Koordinierungsstelle DQR.Vorsitz Länderseite: Regierungsschuldirektor Arno Limmeroth (BW)
Vorsitz Bundesseite: Ministerialdirektor Dr. Stefan Luther (BMBF)
Sekretariat: Dr. Bettina Morhard (RL IV D)

Dokumente und Links