Die Kultusministerkonferenz hat in den „Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften“ die Kompetenzen beschrieben, die in der Ausbildung für die Lehrämter erworben werden müssen.
Die „Standards“ sind seit dem Ausbildungsjahr 2005/2006 in der Lehrkräftebildung in den Ländern implementiert. 2014 wurden die „Standards“ mit Blick auf die Erfordernisse inklusiven Unterrichts überarbeitet. 2019 wurden die „Standards“ mit Blick auf die Erfordernisse der Bildung in der digitalen Welt unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise und Beteiligung der Fachverbände überarbeitet. Im Jahr 2022 wurden die „Standards“ um Kompetenzen in Prävention und Intervention im Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie Antisemitismus ergänzt.
2026: Die Kultusministerkonferenz (KMK) startet die Fortschreibung der Standards für die Lehrkräftebildung
Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat beschlossen, die Standards für die Lehrkräftebildung fortzuschreiben und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, ein zeitgemäßes, länderübergreifend abgestimmtes Modell zu etablieren, das die universitäre Ausbildung und die zweite Phase der Lehrkräftebildung systematisch miteinander verbindet.
Kern des Vorhabens ist die Entwicklung eines übergreifenden Kompetenzmodells für Bildungswissenschaften, Fachwissenschaften und Fachdidaktiken über beide Phasen der Lehrkräftebildung hinweg. Zunächst wird ein Pilotverfahren für die Bildungswissenschaften sowie für die Fächer Mathematik und Deutsch durchgeführt. Die Ergebnisse sollen bis Sommer 2026 vorliegen. Grundlage ist das Prinzip des kumulativen Kompetenzaufbaus in einer phasenübergreifenden Lehrkräftebildung mit dem Ziel eines kohärenten Professionswissens. Die KMK folgt dabei einer Empfehlung der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) aus deren Gutachten „Lehrkräftegewinnung und Lehrkräftebildung für einen hochwertigen Unterricht Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz“ (2023).
Für die Pilotphase wurden drei Fachgruppen eingerichtet. In ihnen arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, der zweiten Phase der Lehrkräftebildung sowie aus den zuständigen Landesministerien zusammen. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotierung ist die Übertragung des Modells auf alle weiteren Fächer vorgesehen.
Mit der Fortschreibung der Standards verfolgt die KMK das Ziel, ein gemeinsames Verständnis professionellen Handelns in der Lehrkräftebildung weiter zu stärken sowie Vergleichbarkeit und Verbindlichkeit zwischen den Ländern zu erhöhen.