Kultusminister Konferenz

 

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IQB-Ländervergleich: deutschlandweit enorme Fortschritte in Englisch

In allen Ländern haben die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 ihre Kompetenzen in Englisch deutlich verbessert. Insbesondere in den ostdeutschen Flächenländern wurden große Fortschritte im Vergleich zu 2009 erzielt. Im Fach Deutsch sind die Leistungen im Wesentlichen stabil geblieben. Positiv ist, dass zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler die Regelstandards in Orthografie bereits ein Jahr vor dem Mittleren Schulabschluss erreichen.

Durch einen Vergleich mit den Ergebnissen des IQB-Ländervergleichs 2009 ist es erstmals möglich, über Entwicklungstrends in den entsprechenden Kompetenzbereichen zu berichten. Untersucht wurde, inwieweit Neuntklässlerinnen und Neuntklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz im Fach Deutsch, Englisch und Französisch erreichen. Somit werden bereits Kompetenzen in der 9. Jahrgangsstufe getestet, die erst am Ende der 10. Jahrgangsstufe erreicht sein sollen. Mit dem IQB-Bildungstrend 2015 legt das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum zweiten Mal einen Ländervergleich zu den sprachlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I vor.

Die Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz und baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann: „Der IQB-Bildungstrend 2015 gibt uns differenziert Auskunft, wie sich die Schulleistungen in den sprachlichen Fächern im Zeitraum von sechs Jahren entwickelt haben, an welchen Stellen wir uns gegenüber dem Jahr 2009 verbessern konnten und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. Für jedes Land ergeben sich Orientierungspunkte für eine vertiefte Analyse und Weiterentwicklung der Bildungsqualität.“

 

Zentrale Ergebnisse der Studie

Die wichtigsten Ergebnisse im Fach Deutsch

  • Ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler (unabhängig davon, ob der Mittlere Schulabschluss angestrebt wird) erreicht die Regelstandards für den Mittleren Schulabschluss bereits in der 9. Jahrgangsstufe. Im Kompetenzbereich Lesen sind es 48 Prozent, im Bereich Zuhören 62 Prozent, im Bereich Orthografie 66 Prozent.
  • Bundesweit ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Regelstandards für den Mittleren Schulabschluss erreichen, im Kompetenzbereich Zuhören leicht zurückgegangen und in den Kompetenzbereichen Lesen und Orthografie stabil geblieben. Einige Länder konnten signifikante Verbesserungen erzielen.
  • Insgesamt sind für Deutschland im Fach Deutsch gegenüber dem Vergleichsjahr 2009 die Ergebnisse im Wesentlichen stabil geblieben.


Die wichtigsten Ergebnisse für das Fach Englisch

  • Im Fach Englisch erreicht bereits ein hoher Anteil der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler - das ist bereits ein Jahr vor dem Mittleren Schulabschluss - die Regelstandards für diesen Schulabschluss. Im Leseverstehen sind dies 41 Prozent, im Hörverstehen 44 Prozent.
  • In allen Ländern konnten die Kompetenzen im Fach Englisch deutlich verbessert werden. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Regelstandards erreichen, hat sich erheblich erhöht. Gleichzeitig konnte der Anteil derer, die die Mindeststandards nicht erreichen, signifikant reduziert werden.
  • Insbesondere in den ostdeutschen Flächenländern wurden große Fortschritte erzielt. Eine Herausforderung ist hier weiterhin der Bereich Hörverstehen.

 

Leistungsunterschiede nach sozialer Herkunft, Zuwanderungshintergrund und Geschlecht

  • Im Kompetenzbereich Lesen im Fach Deutsch konnten die auf soziale Herkunft zurückzuführenden Unterschiede bundesweit signifikant verringert werden. In den meisten Kompetenzbereichen sind gegenüber dem Vergleichsjahr 2009 keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen.
  • Die Kompetenzunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Zuwanderungshintergrund konnten im Fach Englisch reduziert werden und sind deutlich geringer als im Fach Deutsch.Auch im Jahr 2015 ist bei den Mädchen in den Fächern Deutsch und Englisch ein Kompetenzvorsprung gegenüber den Jungen festzustellen.
  • Auch im Jahr 2015 ist bei den Mädchen in den Fächern Deutsch und Englisch ein Kompetenzvorsprung gegenüber den Jungen festzustellen.

 

Weitere Ergebnisse

  • Für die sprachlichen Fächer bestätigt sich, dass Unterricht durch Fachlehrkräfte den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler besser fördert als Unterricht von fachfremden Lehrkräften.
  • Im Rahmen der Studie wurde auch untersucht, inwieweit sich Schülerinnen und Schüler in ihrer Schule wohlfühlen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Zugehörigkeitsgefühl insgesamt hoch ausgeprägt ist. Dies gilt sowohl für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund als auch für Jugendliche ohne Zuwanderungshintergrund. Damit zeigt sich, dass den Schulen in Deutschland die soziale Integration sehr gut gelingt.

 

Erste Folgerungen aus den Ergebnissen des IQB-Bildungstrends 2015

  • Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität zahlen sich aus. Dies zeigt sich unter anderem bei den zum Teil deutlichen Fortschritten im Fach Englisch in den ostdeutschen Ländern.
  • Das sprachliche Lernpotenzial von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund, das im Fach Englisch erkennbar ist, muss im Fach Deutsch noch besser ausgeschöpft werden.
  • Den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft zu reduzieren, bleibt eine wichtige Aufgabe.

„Die differenzierten Ergebnisse spiegeln eine hohe Dynamik in den Ländern wider. Es lohnt sich, diese Entwicklungen in den einzelnen Ländern vergleichend zu betrachten und die Chance zu nutzen, weiter voneinander zu lernen“, sagt Vizepräsidentin und Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.

 

Hintergrundinformationen zur Studie

Am IQB-Bildungstrend 2015 haben sich 1714 Schulen der Sekundarstufe I aus allen 16 Ländern beteiligt. Insgesamt haben 37099 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe an den Tests teilgenommen.

In allen Ländern wurden die Kompetenzstände der Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch und Englisch untersucht. In beiden Fächern wurden dabei die Kompetenzen im Bereich Lesen sowie Zuhören untersucht, im Fach Deutsch zusätzlich der Kompetenzbereich Orthografie. Darüber hinaus wurden in den Ländern Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland das Lese- und Hörverstehen der Schülerinnen und Schüler im Fach Französisch getestet.

Mit den IQB-Bildungstrends wird damit ein deutlich breiteres Spektrum an Fächern und Kompetenzbereichen auf der Grundlage der KMK-Bildungsstandards abgedeckt als mit den internationalen Schulleistungsstudien, an denen Deutschland regelmäßig teilnimmt.
Die wissenschaftliche Gesamtverantwortung für den IQB-Bildungstrend 2015 liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse zum IQB-Bildungstrend 2015 finden Sie hier.

Präsentation Pressekonferenz

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).