Kultusminister Konferenz

 

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Kultusministerkonferenz erzielt Einigung mit Lehrerverbänden über Konsequenzen aus der PISA-Studie

Sieben Handlungsfelder stehen zunächst im Zentrum

Bonn. In einem konstruktiven Gespräch zwischen der Kultusministerkonferenz und den Lehrerverbänden sowie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wurde am Mittwoch (5. Dezember) in Bonn eine Einigung über die nun vorrangig einzuleitenden Maßnahmen erzielt. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Dr. Annette Schavan, erklärte: "Wir konnten in unserem Gespräch Konsens erzielen über zentrale Handlungsfelder, in denen seitens der Länder Konsequenzen gezogen werden:

  • Lernschwache Schülerinnen und Schüler im unteren Leistungsbereich müssen besonders gefördert werden, insbesondere auch durch Entwicklung neuer Konzepte für das Lernen in Hauptschulen und Förderschulen.
  • Die Verbesserung der unterrichtsbezogenen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung wird auf allen Ebenen des Schulsystems als fortlaufender Prozess gesehen. Dazu ist eine Formulierung anspruchsvoller, aber realistischer und verbindlicher Lernziele vor allem in den zentralen Kompetenzbereichen und die Sicherung von Mindeststandards vonnöten.
  • "Schwache Leser" müssen frühzeitig erkannt werden. Dazu bedarf es einer gezielten Qualifizierung der Lehrkräfte, insbesondere durch Entwicklung ihrer diagnostischen Kompetenz zum rechtzeitigen Erkennen "schwacher Leser" als Basis für gezielte Förderprogramme, die kontinuierliche Diagnose der Entwicklung von Lesekompetenz als Voraussetzung für erfolgreiches schulisches Lernen in allen Schulfächern sowie zusätzliche Angebote bei Entwicklungsdefiziten.
  • Die Schullaufbahnregelungen werden im Hinblick auf die Fördereffekte und die optimale Nutzung von Lernzeit überprüft, insbesondere hinsichtlich Einschulungszeitpunkt, Klassenwiederholung, Übergangsentscheidung und die Förderung besonders leistungsstarker Schülerinnen und Schüler.
  • Die Lernzeiten sind intensiver zu nutzen, auch durch ergänzende Lernangebote, insbesondere im vorschulischen Bereich und in der Grundschule, u.a. durch Entwicklung und Verbesserung von Programmen zur Förderung des sprachlichen Verständnisses und der Kommunikationsfähigkeit bereits in der vorschulischen Erziehung und darüber hinaus.
  • Die Professionalität der Lehrertätigkeit ist im Rahmen eines umfassend angelegten Programms der Personal- und Organisationsentwicklung zu verbessern, das eine praxisnahe Erstausbildung ebenso einschließt wie die Verpflichtung zur Weiterbildung und ihre Durchsetzung im Rahmen der Personal- und Führungsverantwortung auf allen Ebenen des Systems. Dabei werden im Bereich der Weiterbildung gezielte Angebote zur Verbesserung des Unterrichts entwickelt werden.
  • Vermehrte Anstrengungen in der Lehr- und Lernforschung sowie fachdidaktischen Forschung sind wichtig. Angestrebt wird eine Intensivierung in Zusammenarbeit von Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) und Ländern mit dem Ziel, strukturbildende Maßnahmen zu fördern und den erforderlichen wissenschaftlichen Nachwuchs heranzubilden. 

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz erklärte: "Die Kultusministerkonferenz hat ein großes Interesse daran, in Fortsetzung der Bremer Erklärung vom vorigen Jahr, gemeinsam mit den Lehrerverbänden und der GEW Konzepte hierzu auf Länderebene zu erarbeiten und umzusetzen."

Übereinstimmung bestand darin, dass auch eine strategische Ausrichtung auf Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Forschung in allen öffentlichen Haushalten erfolgen müsse. In Zeiten zurückgehender Schülerzahlen seien auch neue Spielräume für die jetzt zu leistende schulische Entwicklungsarbeit (zum Beispiel im Bereich der Lehrerfortbildung und der Unterrichtsevaluation) bedeutsam.