Kultusminister Konferenz

 

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Nationale Bildungsstandards

Kultusminister einig über Zeitplan: Einführung steht seit Wochen fest – 2004 verbindlich

Deutschland bekommt nationale Bildungsstandards. Darüber sind sich die Kultusminister und -senatoren aller 16 Länder seit Mai diesen Jahres parteiübergreifend einig. In den kommenden zwei Jahren werden Standards in Kernfächern für bestimmte Jahrgangsstufen und Abschlussklassen erarbeitet. Spätestens 2004 werden diese für alle Länder verbindlich sein.

Dies wurde auf der letzten Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) am 25. Juni in Berlin einstimmig beschlossen. Die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren sind sich auch über den Zeitplan einig, bis wann welche Standards erarbeitet werden sollen.

"Ich erwarte gerade von Bundespolitikern, dass sie sich zunächst einmal darüber informieren, was die Kultusministerkonferenz bereits beschlossen und damit auf den Weg gebracht hat, bevor sie an die Öffentlichkeit gehen", betont die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Thüringer Wissenschaftsministerin, Prof. Dr. Dagmar Schipanski. "Dies erwarte ich erst recht vom Bundeskanzler und der Bundesministerin für Bildung und Forschung."

Bei den Standards muss man zwei Formen unterscheiden: Einmal die Festlegung auf deutschlandweit einheitliche Prüfungsanforderungen für Abschlüsse und zum anderen die Festlegung auf gemeinsame Bildungsstandards, also auf Kompetenzen, die bis zum Ende einer bestimmten Jahrgangsstufe erlernt werden müssen.

Bezogen auf die Abschlüsse – insbesondere auf den Mittleren Schulabschluss und das Abitur – existieren solche Vereinbarungen bereits. So hat die KMK auf ihrer letzten Sitzung im Mai auf der Wartburg in Eisenach die Einheitlichen Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch neu gefasst.

Bis zum Herbst 2003 werden die Prüfungsanforderungen für weitere Abiturfächer überarbeitet. Ebenfalls bis zum Herbst 2003 wollen die Kultusminister und -senatoren die Standards für den Mittleren Schulabschluss in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache neu fassen. Hinzu kommen bis zum Frühjahr 2004 Standards für den Hauptschulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache.

Für die Festlegung auf gemeinsame Bildungsstandards, die zum Ende einer bestimmten Jahrgangsstufe erreicht werden müssen, gibt es ebenfalls bereits feststehende Arbeitspläne. Bis zum Frühjahr 2004 werden Standards für die Grundschule (4. Schuljahr) in Deutsch und Mathematik erarbeitet. Dabei werden die Minister und Senatoren auf einzelne Vorarbeiten zurückgreifen, wie sie im vergangenen Jahr von verschiedenen Ländergruppen erarbeitet wurden. In diesen Standards sollen Kerninhalte, die als gesichertes Wissen zusammen mit Fertigkeiten und überfachlichen Kompetenzen am Ende eines bestimmten Bildungsabschnitts vorhanden sein müssen, festgelegt werden.

Um die Einhaltung dieser Bildungsstandards zu überprüfen, sollen in den Ländern landesweit Orientierungs- und Vergleichsarbeiten geschrieben werden. Diese Überprüfungen sollen in der Primarstufe beginnen und auch in den weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 bzw. 7 durchgeführt werden. Ziel eines solchen Tests muss es nach Ansicht der KMK sein, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler durch gezielte Forderung und Förderung die gesetzten Ziele erreichen.

Über die landesweiten Tests hinaus plant die KMK auch in ausgewählten Fachbereichen und Jahrgangsstufen regelmäßige bundesweite Vergleichsuntersuchungen im internationalen Kontext (wie PISA oder die Deutsch-Englischen Schülerleistungen International, kurz DESI, sowie die Internationale Grundschul-Leseuntersuchung, IGLU).

Die aus den Vergleichsuntersuchungen gewonnenen Daten sollen in die künftig vorgesehene Berichterstattung der Kultusministerkonferenz über Bildung in Deutschland (Nationaler Bildungsbericht) einfließen.